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FreeMind

ein freies Mindmapping Werkzeug

FreeMind ist ein freies Mind-Mapping Werkzeug auf Java-Basis. Endlich gibt es auch nun für den Mac ein Werkzeug ähnlich dem MindManager von MindJet für Windows. Und dazu auch noch das Ganze als Open Source Software.

Die shortcuts sind ein wenig gewähnungsbedürftig. Angeblich soll die Bedienung sogaar schneller als bei MindManager gehen, aber zumindest bei mir reagiert das Java doch mit einer kleinen, aber deutlich zu merkenden, Verzögerung. Bessonders toll ist es, dass die Exportfunktionen snichts zu wünschen übrig lassen: Von HTML, über PDF gibt es eigentlich alles: JPG, PNG, SVG und sogar als Open Office Writer Dokument.

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Re:FreeMind

Kommentar von Stephan Mosel am 25.03.2006 10:23
Also es braucht halt einen einigermassen schnellen Rechner, dann macht Freemind Spaß. Anbei eine Liste der Tastenbefehle.

Re:FreeMind

Kommentar von Andreas Auwärter am 13.04.2006 11:01

Eine kleine Rückmeldung zu Freemind!

Für das Erstellen von reinen Mind-Maps, um die dann in eine Präsentation oder ein Dokument einzubinden, ist dies ein wirklich smartes Tool. Was ich jedoch vemisse ist eine Funktion, die MindManager so mächtig macht, nämlich Kommentare zu den einzelnen Zweigen hinzuzufügen, um dann zum Beispiel in einer Präsentation diese auch als Sprechernotiz zur Verfügung zu haben. Oder bei der Erstellung eines RTF-Textes ergeben diese Kommentare einen quasi Fließtext.

MAC OSX Nutzer kommen hierbei durch NovaMind der Funktionsvielfalt von Mind Manager ziemlich nahe. Leider ist es eben nicht Open Source aber erschwinglich im F&L Kontext.

Re:FreeMind

Kommentar von ME am 31.05.2006 16:28

Es hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen auf der WEB-Site bei der Referenzierung
tp://freemind.sourceforge.net/wiki/index.php/Main_Page
=> http ...

Re:FreeMind

Kommentar von baumgartner am 16.06.2006 15:02

Den Fehler in der URL habe ich jetzt ausgebessert. Danke für den Hinweis

Re:FreeMind

Kommentar von lerchertrain am 07.05.2007 11:39

Für alle die es lieber umgekehrt mögen hat Mindjed ein Plug-In für den Import von Freemind Dateien entwickelt.
Das kann man gratis downloaden. Entweder bei den MindjetLabs, oder auf mindmug.org

PS: MindManager wird erst richtig schnell wenn man die Maus weglässt. Alle Befehle sind im MindManager über Shortcuts aufrufbar. Ein Map mit den wichtigsten Befehlen gibt's auch auf mindmug.org.

Mac-Probleme mit GroupWise

GroupWise Menü unter Window und unter Mac
WIndows unter Mac

An der Donau-Unversität Krems (DUK) wird zu meinem Unglück Novell® GroupWise als E-Mailsystem verwendet. Es mag zwara Vorteile bei der Kalenderverwaltung geben, aber der Mac Client ist unter jeder erdenklichen Kritik! Abgesehen davon, dass er bisher nur in einer Betaversion für die GroupWise Version 7 erhältlich ist und einige Fehler aufweist, ist er vom User Interface äußerst schlecht (not Mac-Like) programmiert. Katastrophal jedoch ist der extrem reduzierte Funktionsumfang, der das Arbeiten mit Mails zum einem absoluten Horrorszenario macht.

Weil die DUK derzeit kein Abrufen der Mails mit POP3 Clients zulässt - und ich die möglichen Vorteile der virtuellen Zusammenarbeit mit meinem Team- die ich allerdings bisher kaum nutze - (noch) nicht verlieren möchte, habe ich mir jetzt eine virtuellen Windowsrechner auf meinem Intel Mac installiert. Das Programm Parallels Desktop for the Mac (ebenfalls in der Betaversion) funktioniert ausgezeichnet und kann alle mögliche Windows- als auch Linus-Betriebssystem als Virtuelle Machinen betreiben.

Es ist natürlich eine gewisse Ironie, dass ich unter meinem MacBook Pro jetzt Windows laufen lassen muss, damit ich den enormen Mailverkehr mit einer halbwegs vernünftigen Produktivität bearbeiten kann. Aber im Augenblick mit dem ganzen Umzugsstress sehe ich keine andere Möglichkeit arbeitsfähig zu bleiben. An der DUK gibt es nur einen weiteren Mac User und mir fehlt die Zeit mich intensiv mit den anstehenden Problemen auseinander zu setzen. Heute ist überhaupt der erste Tag seit 3 Wochen wo ich wieder einige Stunden dazu komme nachzudenken und in mein Weblog zu schreiben. Vielleicht kann mir da draußen jemand zu diesem GroupWise Problem einen Ratschlag geben?

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edumoodle.at: Wer will, der kann!

Mag. Helmut Stemmer

Auf Initiative von Mag. Helmut Stemmer der Abteilung I/9 (Einsatz innovativer Technologien) des österreichischen Bildungsministeriums (bm:bwk) wird bereits seit April 2006 ein zentrales Service für österreichische schulische Einrichtungen und Institutionen zur Aus- und Fortbildung von Lehrer/innen eingerichtet. Unter http://www.edumoodle.at können Bildungsinstitionen, die in die oben genannten Kategorien fallen, einfach und problemlos eine eigene moodle-Instanz mit Administratorechten einrichten. Es muss bloß ein Fax mit den gewünschten Namen der Instanz und dem Schulstempel eingesendet werden und innerhalb 24 Stunden (werktags) kann bereits gearbeitet werden.


Es handelt sich um eine ASP Lösung, die 24 Stunden/Tag und 365 Tage/Jahr kostenlos (!) angeboten wird. Das Angebot richtet sich vor allem an kleine und mittlere Schulen und soll helfen beim Einsteig in das E-Learning zusätzliche Belastungen der schulinternen IKT-Infrastruktur zu vermeiden. Politisches Ziel dieser Dienstleistung ist es im Sinne der österreichischen eFit-Strategie die Zahl der NutzerInnen von Lernplattformen bis Ende 2007 zu verdreifachen.

Das zentrale Service wird durch eine Reihe begleitender Maßnahmen ergänzt: So gibt es beispielsweise einen moodle-Selbstlernkurs, der audiovisuell in die Funktionen und Anwendungsbereiche der Open Source Lernplattform einführt. Auch ein Support durch nationale moodle-ExpertInnen sowie eine Vernetzung mit den internationalen Entwicklungsstellen der Open Source Community ist vorgesehen. Die operativen Aktivitäten werden durch das e-LISA academy Team unter Leitung von Thomas Nárosy koordiniert und sind bis Ende 2007 finanziell gesichert. Es wird jedoch bereits an einer Verlängerung dieses Dienstes nach 2007 gearbeitet.
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Laaaaaaaaaange URLs

kürzen und verwalten

Lange URL

Mit dem kostenlosen Dienst http://snipurl.com lassen sich extrem lange URLs zu einer merkbaren URL kürzen. Ich habe über die Weihnachtsfeiertage mein altes englische Manila-Weblog Peter on eEducation (26.10.2001 b- 09.07.2005) nach Krems transferiert. Es hat nun die unmerkliche URL http://vk-server2.donau-uni.ac.at/~baumgartner/Peter%20on%20eEducation/www.c3-initiative.info/peter/default.htm.

Mit snipurl.com lässt sich diese sperrige Adresse z.B. auf http://snipurl.com/peter_on_eeducation reduzieren. Und das schöne dran: Diese URL  kann so bleiben, auch wenn  der Server  wo sie liegt den Namen verändert bzw. wenn sie woanders hin transferiert wird. In snipurl lassen sich nämlich die URLs, die den snipURLs zugewiesen werden verwalten (ändern, löschen etc.). Der Dienst lässt daher (eingeschränkt) fast wie eine PURL (persistente URL) verwenden.

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NeoOffice - OpenOffice für den Mac

NeoOffice Screenshot

Durch Zufall bin ich auf NeoOffice gestoßen. Es ist eine Open Source Lösung eines Bürosoftware-Paket für den Mac und basiert auf OpenOffice. OpenOffice ist ja derzeit für den Mac nur in Zusammenhang mit der komplizierten  X11-Windows Installation einsetzbar.

So ganz kenne ich mich ja noch nicht aus: Wozu braucht es dann noch eine eigene OpenOffice Lösung, wenn NeoOffice das nun jetzt alles bietet? Es gibt Module für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation und Grafik. NeoOffice integriert Mac-OS X-spezifischen Funktionen und kann Dateien von anderen populären Bürosoftware-Paketen, wie z. B. Microsoft Office, importieren, ändern und austauschen.

Ich habe erst die Textverarbeitung getestet und muss sagen: Ich bin begeistert. Das Programm ladet schnell, ist intuitiv zu bedienen und  ist mit Microsoft Word voll kompatibel. Es gibt auch ein sehr gutes Feature, das ich in Word vermisse: NeoOffice bietet beim Schreiben eine intelligente Ergänzung von Wörter an, die sehr praktisch und einfach funktioniert. Während des Schreibens wird der Wortvorschlag im Text direkt angezeigt, d.h. der Cursor positioniert sich am Ende des Wortes. Ein Return bestätigt diesen Vorschlag. Es kann aber auch - trotz Vorschlages - ganz normal weiter geschrieben werden.

Nachteilig empfinde ich, dass bestimmte Features wie Thesaurus zwar vorhanden sind, aber noch auf einer sehr geringen Datenbasis (wenig Vorschläge) beruhen. Auch die Einbindung des von mir verwendeten Bibliografie-Programms EndNote ist mir schmerzhaft abgegangen. Ein kompletter Umstieg von Microsoft Office wird daher für mich nicht so leicht und schnell möglich sein. Außerdem muss ich auch noch die Realisierung anderer Teile des Office Paketes in der Alltagspraxis prüfen.

Aber alles in allem: Für eine Alphaversion hinterlässt NeoOffice auf mich einen recht ausgereiften Eindruck und lässt mich hoffnungsvoll in seine weitere Entwicklungszukunft blicken!

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Re:NeoOffice - OpenOffice für den Mac

Kommentar von Eismann am 31.08.2007 16:51
Baumgartner schrieb:
> OpenOffice ist ja derzeit für den Mac nur in Zusammenhang mit der komplizierten X11-Windows Installation einsetzbar.

Man sagt üblicherweise X11 oder X-Window. Bitte nicht X-Windows. Windows™ ist eine Handelsmarke der Fa. Microsoft. Genau genommen heißt das OpenOffice das hier gemeint ist auch OpenOffice.org (kurz OOo).

Und X11 ist eher spartanisch als kompliziert. Das Problem ist eher, das die Verwendung von X11 das OS X Font- und Drucker-Handling nicht unterstützt. Deshalb verwendet die X11-Version auch eigene Schriften.

> Wozu braucht es dann noch eine eigene OpenOffice Lösung, wenn NeoOffice das nun jetzt alles bietet?

Die Frage stellen sich vermutlich alle Anwender von NeoOffice. Der Hauptgrund ist wohl, dass die Änderungen die für NeoOffice am OpenOffice Quellcode vorgenommen werden nicht automatisch in die OpenOffice.org Codebasis zurückfließen. Ein Fehler der in OpenOffice.org behoben wird, bleibt in NeoOffice erst einmal erhalten. Die Entwickler von NeoOffice fangen quasi mit jeder Übernahme von OpenOffice.org-Code von vorne an. Allerdings vermeidet das auch eventuelle Seiteneffekte die bei Fehlerkorrekturen des öfteren auftreten.

Ich benutze NeoOffice seit Version 1.0. Ich glaub damals hieß es noch NeoOffice/J, da zumindest zum damaligen Zeitpunkt Teile der Benutzeroberfläche in Java implementiert wurden. Mit Geschwindigkeit und Stabilität hatte ich nie Probleme. Mal abgeshen davon, dass das Programm zum Starten recht lange braucht. Davor hatte ich kurz OpenOffice unter X11 ausporbiert, war aber nicht zufrieden.

Über NeoOffice gibt es leider viele Vorurteile. Z.B. bei de.TheInquirer.net
Schlimmer finde ich jedoch wenn es erst gar nicht erst erwähnt wird. Wie es in letzter Zeit bei der Diskussion um eine native Version von OpenOffice.org für Mac und Suns Unterstützung oft der Fall ist.

Hast Du schon "gedoodled"?

Doodle: Ein praktisches Online-Werkzeug zur Koordinierung von Terminen

Doodle - Beispiel

Kennen Sie das Problem? Sie senden Terminvorschläge an ihre Arbeits- bzw. Projektgruppe. Wenn Sie Glück haben, dann bekommen sie von der Mehrheit der Gruppe recht schnell Antworten. Abgesehen davon, dass Sie mit Mails überhäuft werden, bleibt es häufig undurchsichtig, welcher der nun vorgeschlagenen Termine der Beste wäre. Die einen können bei ersten Terminvorschlag nicht, der dritte ist zwar machbar, am Besten wäre aber der zweite. Bei anderen ist es gerade umgekehrt. Diese und andere Probleme können Sie mit dem kostenlosen Online-Umfragewerkzeug Doodle lösen.

Doodle kann aber noch vieles mehr: Sie können das Werkzeug auch für anderen Arten von Umfragen (z.B. zur Auswahl eines Restaurants aus einer Liste, oder eines Tagungsortes, eines Logos etc.) verwenden. Das Schöne daran ist, dass die TeilnehmerInnen den Stand der Umfrage mitverfolgen können und ihre Präferenzen entsprechend abändern können. Wenn ich sehe, dass meine Terminpräferenz keine Chance hat eine Mehrheit zu gewinnen, so kann ich sie auf einen Termin abändern, der zwar nicht ganz so günstig ist für mich, wo ich aber - trotz einiger Unannehmlichkeiten – immerhin immer noch teilnehmen könnte. – Das ist aus meiner Erfahrung besonders hilfreich bei den häufig emotional geführten Logo-Diskussionen, die nicht selten zu Pattstellungen führen und gleich zu Beginn von Projekten unnötige Energien verschwenden ;-)

Mit Doodle können Sie als Administrator (die Person, die die Umfrage begonnen hat) auch die Geschichte des Verlaufs der Entscheidung verfolgen. Wenn Sie die admin-URL auch den anderen TeilnehmerInnen einer gleichberechtigten Arbeitsgruppe zur Verfügung stellen, so kann dies jeder tun. Das Ergebnis lässt sich fein säuberlich als Excel-Datei herunter laden und ist gleichzeitig eine Dokumentation der Entscheidung: Wer hat für was gestimmt.

Ein Vorteil ist nicht nur die Übersichtlichkeit des Ergebnisse auch während des Auswahlprozesses sondern auch die Vermeidung von Mails. Zwar ist es vorstellbar, dass jemand die Hauptverantwortung der Terminkoordination übernimmt. Das bedeutet, dass jeder seine möglichen Termine nur an diese eine Person sendet. Meistens werden aber diese Mails immer an die ganze beteiligte Gruppe gesendet. Doodle verhindert den unangenehmen Push-Charakter der Umfrage (Weil die Mails zu einem Zeitpunkt kommen, den ich nicht bestimmten kann, bin ich mit dieser Terminabfrage zu Zeitpunkten beschäftigt, die ich nicht selbst steuern kann.) und wandelt ihn in einem Pull-Prozess um (d.h. ich wähle selbst den Zeitpunkt, wann ich mich mit diesem Problem beschäftigen will, indem ich auf die Umfrage URL gehe und meinen Eintrag mache, bzw. nachschaue, wie der aktuelle Stand aussieht.)

Ich habe diesen Hinweis im Rahmen des GMW-Vorstandes – als wir im Nachklang der Tagung in Hamburg einen gemeinsamen Termin suchten - kennen gelernt. Ursprünglich wollte ich den Hinweis zu diesem Werkzeug auf unsere Plattform des Departments bildungstechnologie.net stellten. Peinlich: Dort gab es bereits dazu einen Artikel zu Doodle! Man (ich!) sollte die eigenen Webauftritte ständig und regelmäßig mitverfolgen.... (Dieser Beitrag ist aber keine Doppelung, sondern eine inhaltliche Ergänzung mit anders gelagerten Überlegungen zu Doodle.)

Doodle - Ein Werkzeug für Online-(Termin)Umfragen Doodle - Ein Werkzeug für Online-(Termin)Umfragen
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LaTeX am Mac

Bericht eines blutigen Anfängers

LaTeX1
LaTeX2

Mit einem halben Jahr Verspätung habe ich nun jetzt endlich wieder die Arbeiten am Wissenschaftlich.Arbeiten.Buch aufgenommen (siehe dazu auch meinem Beitrag vom April 2007). Ich habe mir die Zeit um die Weihnachtsfeiertage so gelegt, dass ich zumindest 10 Tage komplett frei für die Arbeiten daran habe. (Wie meistens wenn ich mich auf inhaltliche Arbeiten konzentriere, habe ich das regelmäßige Bearbeiten meiner Mails mal für einige Tage suspendiert. Über 200 Mails warten -  und müssen es auch weiterhin tun ...) auf ihre Bearbeitung. Das Bearbeiten von Mails holt mich immer auf die aktuelle Tagesaktivität "herunter" und verhindert sowohl durch den hohen Zeitverlust - aber auch durch die gedanklichen "Verwicklungen" – die Konzentration auf großräumige wie auch spezialisierte Gedankengänge.)

Beim Zusammenstellen der Vorarbeiten und beim Hineinarbeiten – um wieder auf dem letzten inhaltlichen Stand zu kommen - ist gleich zu Beginn ein technisches Problem entstanden: Meine bisherige Version von FrameMaker (Version 7) verlangt Mac OS 9, das aber unter meinem neuen Intel-Rechner nicht mehr lauffähig ist. Die neuere Version 8 hingegen ist auf Mac OS X nicht lauffähig. Zwar könnte ich irgendwie ein Arbeiten mit FrameMaker organisieren (z.B. alten Rechner, auf dem OS 9 noch läuft oder aber Nutzung der Windowsversion unter Parallel Desktop, das ich bereits installiert habe und für "Notfälle" verwende), aber so richtig Freude kommt da irgendwie nicht auf. Das scheint mir alles keine zukunftsträchtige, dem Mac entsprechende, Lösung zu sein. Ich muss mich also nach neuen bzw. anderen Möglichkeiten umschauen. Und in diesem Zusammenhang bin ich  (wieder einmal) auf LaTeX gestossen.

Früher habe ich davon - wegen der anscheinend großen Komplexität dieser Software - Abstand genommen. Aber in meiner aktuellen Not schien mir ein (neuerlicher) Versuch die Zeit wert. Noch habe ich kein abschließendes Urteil, weil mir die praktische und vor allem "reale" Erfahrung der Fertigstellung eines umfangreichen und vom Format her komplexen Buches samt Index, Sach- und Stichwortverzeichnisses noch fehlt. Was ich aber schon jetzt sagen kann: Die Installation und der (Lern-)Beginn gestalten sich (bisher) überaus einfach und sehr komfortabel:

Installation und erste Schritte mit TeXShop:

  1. Gehe zur offiziellen LaTeX-Website.
  2. Verzweige von dort auf die MacTex-Distribution, die Website zum Download für die Mac-Version.
  3. Lade Dir das MacTex-2007 Package herunter. Es ist komplett und inklusiert daher alle notwendigen Komponenten (inkl. Mac-Installer Software). Es ist ein großer Download von über 800 MB, der natürlich etwas Zeit beansprucht.
  4. Lies Dir in der Zwischenzeit den WelcomeToTeX Foliensatz durch.
  5. Entpacke das Image und installiere die Software auf Deinem Rechner. Die einfache (komplette) Installation erfordert 1,6 GB Platz auf der Festplatte. Du kannst das mit installierte Read-Me File überspringen: Alle notwendigen Pfade sind bereits vor installiert.
  6. Starte TeXShop, den Editor für Mac.
    1. Hole Dir unter der Hilfe den Einführungstext "First Steps with TeXShop" von Richard Koch und lies Dir die ersten beiden Seiten durch - d.h. bis inkl. Kapitel 6.
    2. Sieh Dir unbedingt die beiden TeXShop-Demos (Video-Tutorials, die sich ebenfalls unter der Hilfe befinden) an und experimentiere parallel gleich mit Deiner Installation auf Deinem Rechner.

Viola! Das war es von der Bedienung des Editors her. Das Ganze hat kaum mehr als eine Stunde gedauert. Fortgeschrittene Eigenschaften des Editors hebe Dir für später auf.  Nun geht es um das - viel härtere und weit Zeit aufwändigere Lernen von LaTeX selbst!

Erste Schritte mit LaTeX selbst

  1. Hol Dir - noch immer unter dem Menüpunkt "Hilfe" im Programm TeXShop – die Datei "First Steps with General Typesetting" ebefalls von Richard Koch.
  2. Dort findet sich der wichtige Hinweis zu weiteren LaTeX Dokumentationen.
  3. Besonders wichtig ist der Einführungstext "The Not So Short Introduction To LaTeX 2€ or LaTeX in 138 minutes" (pdf, 2.2 MB) von Tobias Oetiker. Mit den 138 Minuten sind 138 reine Textseiten gemeint (= inkl. Index, Inhaltsverzeichnis insgesamt 152 Seiten) Interessanterweise wurde der Text auf Grund einer deutschsprachigen Kurzfassung (pdf, 372 kB) von österreichischen AutorInnen aktualisiert, wovon ich einen davon - nämlich Irene Hyna – persönlich kenne!

Nach etwa 8 Stunden war ich in der Lage recht komplexe Texte zu schreiben, d.h. Texte mit einem Inhaltsverzeichnis, Einfügen von Grafiken und Dateien. Dabei war es notwendig immer wieder zwischen den Möglichkeiten die TexShop bietet (= das Nutzen gewisser Trricks beim Editieren bei längeren z.T. fehlerhaften Texten) und dem Manual "The Not So Short Introduction" hin und her zu springen. Eine besondere Schwierigkeit, die es zu überwinden gab, war das Wechseln der Fonts und die Verwendung von Unicode, damit ich die deutschen Umlaute ganz normal von der Tastatur eingeben konnte. Die Schwierigkeiten entstanden vor allem dadurch, dass es für die neueren (einfacheren) Möglichkeiten, noch keine geeigneten Tutorials gibt. Vieles was früher als problematisch und kompliziert galt,  war nämlich bereits als fertiges Pakete installiert. (z.B. eben auch die letztlich recht einfache Verwendung der Apple Fonts und des Unicodes durch XeLatex. )

Das Programmpaket ist letztlich natürlich sehr komplex, kann aber typographisch alles, was das Herz begehrt. Der scheinbare Nachteil, dass LaTeX kein WYSIWYG-Editor ist (What You See Is What You Get), ist nicht wirklich ein Problem: Es lässt sich nämlich recht schnell das entsprechende PDF kompilieren, so dass man immer gleich eine Vorstellung bzw. Kontrolle hat, wie das Endprodukt aussieht.



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LaTeX: Der Stoff aus dem meine Träume (der letzten Tage) sind

Von LateX, ConteXt, TeTeX und anderem Ungeziefer

Das LaTeX Buchset
Wealth ot Networks
Success of OS
TeXShop UI-Beispiel
LyX UI-Beispiel

Der nachfolgende Beitrag war ursprünglich als eine Zusammenfassung meiner ersten Erfahrungen mit LaTeX geplant. Beim Schreiben aber hat er sich nach allen Richtungen ausgedehnt: Ausgehend von einem speziellen Problem der Literaturverwaltung habe ich begonnen über allgemeine Problemen von Open Source Software und einer (angedeuteten) Kritik an der kapitalistischen Produktionsweise zu reflektieren und dabei auch Literatur verarbeitet, die ich in den letzten beiden Monaten gelesen habe. So ist der Beitrag zu einem Rundumschlag, zu einem sich nach allen Seiten ausdehnendes Ungeheuer geworden: Mir aber haben diese Reflexionen Spass gemacht und vielleicht gefallen sie Ihnen auch?

Die letzten Tage (und Nächte!) war ich damit beschäftigt mich in LaTeX einzuarbeiten. Deshalb der etwas zweideutige Titel dieses Beitrages. Nach einer anfänglichen Euphorie sind nun in den "Niederungen" des Arbeitsalltags die ersten praktischen Probleme aufgetaucht. Die Suche nach Abhilfen hat interessante Lösungsmuster ergeben, die weit über das direkte Problem mit LaTeX hinausgehen und wahrscheinlich für Open Source Software generell typisch sind.


Literaturverwaltung als Beispiel

Als Ausgangsbeispiel für meine Überlegungen dient das Generieren eines Literaturverzeichnisses. Das ist für mich ein essentielles Problem: Meine über 3.000 Einträge (!)) verwalte ich mit EndNote. Das komfortable Zusammenspiel meiner Bibliografie-Software mit einem neuen Texteditor ist für mich daher sehr wichtig.
Konkret geht es für mich vor allem darum, dass die Software zur Literaturverwaltung das Einfügen von Kurzbelegen in den Text so automatisieren soll, dass daraus die vollständige Biografie mit allen Schikanen erstellt werden kann. "Mit allen Schikanen" heißt:

  • Das ständig neue händische Eintippen von Literaturquellen, die sich ja in verschiedenen Beiträgen häufig wiederholen, sollte vermieden werden. Einmal in der Datenbank eingetragen, sollen die erfassten Detailinformationen immer wieder verwendbar sein.
  • Die Formatierung des Kurzbelegs sowie auch der automatisch generierten Bibliografie muss dabei leicht an die speziellen Erfordernisse des jeweiligen Verlegers angepasst werden können. Das geschieht dadurch, dass es entsprechende Dateien für Zitierstile gibt, die automatisch die gewünschte Formatierung erzeugen. Wenn eine solche Datei nicht vorhanden ist, sollte sie selbst leicht erstellt werden können.
  • Jeder Kurzbeleg muss eindeutig einer Literaturquelle in der Literaturliste entsprechen. Das manuelle Kontrollieren am Ende des Schreibprozesses kann damit entfallen. Sowohl das Erscheinen einer überflüssigen (weil im Text dann der entsprechende Kurzbeleg entfernt wurde) aber vor allem das Fehlen einer Quellenangabe sollte der Vergangenheit angehören. Die eindeutige Referenzierung ist im speziellen Detail manchmal gar nicht trivial, so z.B. wenn im Text auf unterschiedliche Beiträge desselben Autors im selben Jahr referenziert wird. Dann sollte die Software ein "a" bzw. "b" die Jahreszahl im Kurzbeleg einfügen wie Z.B. (Baumgartner 2007a) und (Baumgartner 2007b).

Gerade weil Endnote – nach einigem Herumfummeln und Lesen im Handbuch – recht gut mit Word zusammenarbeitet, bin ich bisher nicht völlig auf NeoOffice (OpenOffice für den Mac) umgestiegen. Und das obwohl mir NeoOffice extrem gut gefällt, weil es extrem schnell und komfortabel ist und auch ein sehr gutes User Interface hat. (Siehe dazu auch meinem Beitrag in diesem Weblog.)

Daraus lässt sich gleich einmal eine erste - sehr allgemeine - Schlussfolgerung ziehen

Sytemperspektive einnehmen:

Ob das Umsteigen auf eine neue Software Vorteile hat, lässt sich nicht bloß durch ihre Funktionen in der Stand-alone Nutzung des Programms selbst ermessen. Beurteile die Vor- und Nachteile der Software in Deinem jeweiligen Arbeitskontext indem Du Deinen gesamten Arbeitsprozess (Workflow) untersuchst. Die Evaluierung erfolgt daher auf einer Metaebene bzw. aus einer Systemperspektive heraus.

Die Qual der Wahl

Yochai BenklerDer Prozess der Entwicklung von Open Source Software verläuft naturgemäß sehr dynamisch. Wenn wir es uns genau überlegen, dass ist es doch sehr erstaunlich, dass extrem komplexe Projekte in einer Produktionsweise, die auf freiwillige und häufig unentgeltliche Mitarbeit beruht, erfolgreich durchgeführt werden können. Es scheint sich hier eine Alternative zur monokratischen und zentralistischen kapitalistischen Produktionsweise herauszubilden. Yochai Benkler bezeichnet dies in seinem Buch The Wealth of Networks - How Social Production Transforms Markets and Freedom als Peer Production.

Steven WeberSteven Weber (der nichts mit dem österreichischen "Plagiatjäger" Stefan Weber zu tun hat) untersucht in The Success of Open Source diese Organisationsprinzipien aus politilkwissenschaftlicher Sicht. Unter dem Stichwort "Governance" (etwa mit Steuerung zu übersetzen vor allem in Hinblick auf Regierungs- bzw. Unternehmensführung) analysiert er die Koordinierungs- Macht- bzw. Führungsprozesse von Open Source Entwicklungsprozessen. Wie ist es möglich, so frägt er sich, dass auf freiwilliger annähernd demokratischer Basis effiziente Produktionsprozesse organisiert werden können?

Ich will hier aber nicht auf die gesellschaftspolitischen Konsequenzen abzielen, sondern auf eine ganz andere Eigenart von Open Source Software, nämlich der unheimlich - häufig beängstigenden Vielfalt der Möglichkeiten. Weil der Quellcode offen ist können EntwicklerInnen Anpassungen und Weiterentwicklungen vornehmen. Auf der Basis einer fruchtbringenden grundlegenden Idee werden nicht nur viele ergänzende Module und Werkzeuge entwickelt, sondern auch verschiedene Konzepte generiert, deren Umsetzung jeweils unterschiedliche Richtungen bzw. Spezialisierungen bedeuten. Für "normale" AnwenderInnen entsteht dadurch eine scheinbar unübersichtliche Vielfalt von Möglichkeiten und Optionen.

Berry SchwartzNeuere psychologische Studien zeigen interessanterweise, dass es ein Irrtum ist zu glauben, dass eine größere Auswahl zu einer größeren Zufriedenheit der Kunden führt. Barry Schwarz zeigt in "The Paradox of Choice - Why more is less. How the culture of abundance robs us satisfaction" das genaue Gegenteil auf (siehe auch seinen einstündigen Videovortrag in der Reihe Google TechTalsk vom 27. April 2006). Unübersehbare Auswahlmöglichkeiten sind häufig äußerst frustrierend aus mehreren Gründen:

  • Die Vielfalt der Möglichkeiten stellt unsere Entscheidung bereits in Frage, bevor wir sie getroffen haben.
  • Daniel GilbertViele Möglichkeiten bringen automatisch ein extrem hohes Maß an Erwartungen mit sich, die kaum zu erfüllen sind.
  • Läuft etwas schief - was ja im normalen Leben immer in irgend einer Weise der Fall ist ;-) - dann scheint es, als ob wir die Schuld bei uns selbst wegen einer falschen Entscheidung zu suchen haben.
(Ähnliche Ergebnisse referiert übrigens auch Daniel Gilbert in seinem Bestseller Stumbling on Happiness.)

LaTeX, ConTeXt, XeTeX und andere Ungeziefer

Doch kehren wir psychologischen oder gar gesellschaftspolitischen Betrachtungen wieder zu unserem Open Source (LaTeX)-Auswahlproblem zurück:

Welche Version der Software auswählen?

Wenn Sie denken, dass es wohl am Besten ist, die letzte (stabile) Version zu nehmen, dann ist das zwar richtig aber bei Open Source für einen Laien nicht immer leicht zu überschauen:

  • Da gibt es die aktuelle Entwicklerversion von denen AnwenderInnen auf alle Fälle die Hände lassen sollten.
  • Dann gibt es die erste stabile freigegebene Version, der so genannte "Release Candidate" oder Pre-Release: Hier gilt jedoch ebenfalls "Hände weg davon!". Unabhängig von dem viel versprechenden Namen handelt es sich dabei um eine Version, die bloß ein möglicher "Kandidat" für eine stabile Version darstellt, dh. mehr oder minder bloß eine stabile Grundlage darstellt, auf der aber sicherlich noch von einer ganzen Reihe so genannter "Maintenance releases" (Versionen mit größeren Änderungen) folgen.
  • Dann gibt es den Beta Version, bei der die Verwechslung für Laien weniger groß ist, weil alleine schon der Namen abschreckt. Es handelt sich dabei um eine Version bei der nicht mehr wenige neue und auch keine sehr bedeutenden Features zu erwarten sind.
  • Auch die Alpha Version ist immer noch eine Version, die unter Entwicklung steht und bei der höchste Vorsicht geboten ist. Zwar sind kaum mehr Änderungen im Feature-Set zu erwarten aber diese Softwareversion ist noch nicht ausreichend getestet und es sind noch viele Bugs (Fehler) zu erwarten.
  • Aus meiner Anwendersicht kann ich eigentlich nur die stabile Version empfehlen. Aber auch hier gilt, dass der Entwicklungsprozess nie abgeschlossen ist. Häufig werden Fehler erst später entdeckt und durch nachgelieferten Patches ("Flickwerk") korrigiert. Es war früher häufig ein Problem zu wissen, ob die am Rechner laufende Version, tatsächlich die aktuelle Version darstellt. Heute aber werden AnwenderInnen automatisch von einem Patch verständigt und gefragt ob er installiert werden soll. Nach der Bestätigung erfolgt die Installation ohne viel Aufwand ganz automatisch.

Welche Entwicklungsrichtung auswählen?

Diese Problematik trifft ganz besonders auf LaTeX (sprich Latech oder Laytech, auf jeden Fall das "X" wie das deutsche "CH" in Blech) zu: Nachdem einmal die erste Verwirrung überwunden wurde – ja richtig: LaTeX ist eine Software und hat nichts mit Kondomen oder anderen suspekten Kleidungsstücken zu tun! – stellt sich die Frage nach der der Entwicklungsrichtung bzw. den zu verwendenden Modulen.

Donald KnuthTeX wurde von Donald Knuth bereits in den 60er-Jahren (!) entwickelt. Es ist eine spezielle Programmiersprache für typografische Befehle mit einer besonderen Spezialisierung auf die Darstellung mathematischer Texte. Sie kennt etwa 300 "primitive" Befehle, die aber vor uns BenutzerInnen versteckt sind und wir auch nicht zu kennen brauchen. Über diesen Steuersequenzen (TeX Primitives: blaue Ebene) liegen nämlich "Makroformate" (rote Ebene), die die Nutzung der Programmiersprache wesentlich vereinfachen.

Die TeX HierarchieNun gibt es aber ganz unterschiedliche Makropakete, die zudem auch noch in verschiedenen Versionen vorliegen. PlainTeX wurde noch von Knuth selbst programmiert; am Bekanntestes aber - und wohl am Häufigsten verwendet wird LaTeX. Das heißt aber noch lange nicht, dass es für den eigenen (speziellen) Anwendungsfall am Besten geeignet ist. So soll z.B. das von Hans Hagen entwickelte ConTeXt über das Spezialgebiet Mathematik hinaus auch für andere strukturierte Publikationsgebiete wie z.B. Physik, Chemie (Darstellung chemischer Verbindungen!) sehr gut geeignet sein. Eine Neuentwicklung XeTeX benützt intern eine 16 Bit Darstellung, die für Sprachen die Unicode verlangen (z.B. CJK-Sprachen wie Chinesisch, Japanisch, Koreanisch, aber auch Arabisch, Hebräisch usw. usf.) sehr gut geeignet ist.

TeX ist eine Auszeichnungssprache (Markup Language, ML), d.h. die Auszeichnungen im Text dienen als Anweisungen für Darstellung und Druck. Der Text in den Quelldateien wird dabei mit Tags an den entsprechenden Stellen markiert (ausgezeichnet) um schließlich von einem Programm interpretiert bzw. kompiliert zu werden. Die Grenzen zwischen Textverarbeitung und Programmiersprache verwischen sich damit. Das hat zweierlei Konsequenzen:

  1. Um produktiv entwickeln zu können, braucht es ein Entwicklungssystem mit einem komfortablen User Interface, das sogenannte "Front End". Auch hier gibt es wieder eine Wahl zu treffen, die nun auch die Implementierung unter einem Betriebssystem berücksichtigen muss. So sieht das Front End unter Windows und Mac nicht nur unterschiedlich aus, sondern es kann auch sein, dass eine Software (bisher?) nur auf ein bestimmtes Betriebssystem implementiert wurde, dh nur für dieses System erhältlich ist.
  2. Um produktiv arbeiten zu können, ist es hingegen wichtig, dass die interaktive Programmumgebung so gestaltet ist, dass die technischen Details möglichst unsichtbar sind. Das ist aber schwer möglich, weil die vielen unterschiedlichen Distributionen (= Zusammenstellung des Gesamtpaketes) bereits von unterschiedlichen Annahmen und Entscheidungen auf den unterschiedlichen Ebenen ausgehen: Was soll die Distribution alles beinhalten und was kann hingegen auf Anwenderseite vorausgesetzt werden? Welche Module sollen mit welchem Frontend geliefert werden?

Fazit: Keine Systemumgebung gleicht der anderen! Für normale AnwenderInnen sind die Folgen desaströs:

  • Entscheidungsproblem: Habe ich die richtige Auswahl für mein Anwendungsproblem getroffen? Habe ich überhaupt alle relevanten Fakten um eine informierte Entscheidung treffen zu können?
  • Bewertungsproblem: z.B. wenn etwas nicht funktioniert: Auf welcher Ebene liegt der Fehler? Habe ich etwas im Anwendungsprogramm falsch gemacht (schließlich ist die Software für mich neu)? Oder habe ich eine falsche (veraltete, nicht komplette) Software(version) auf meinem System installiert? Oder ist es wirklich ein Fehler der Software (Bug)? z.B: Liegt es an der Tex Engine, dem TeX Macro, dem Tex Front End, an allem zusammen (dh an meiner Systemkonfiguration) oder an mir selbst?
  • Zeit- und Orientierungsproblem: Wo anfangen? Wo suchen? Wen was wie fragen? Wann aufhören?

Aus diesen Dilemma lässt sich schon weit schwieriger eine befriedigende Schlussfolgerung ziehen. Das Problem besteht darin, dass wir immer erst nach dem Versuch klüger sind, also Trial and Error nicht vermeidbar sind. Trotzdem möchte ich – zumindest für mich – meine Erfahrungen folgendermaßen zusammenfassen:

Leidensdruck abbauen, Risiko minimieren und Win-Win Situation schaffen

  1. Never change a running system! Wechsel zu einer neuen Software nur dann, wenn Leidensdruck inkl. absehbarer zusätzlicher (Ein-)Arbeitsaufwand zu den erwarteten Vorteilen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. In meinem Fall: ich habe nach dem Ausdienen von FrameMaker auf dem Mac derzeit kein Programm mit dem ich ansprechend und komplex formatierte Bücher druckfertig erstellen kann.
  2. Minimiere das Risiko eines Fehlschlags: Warte z.B. bis es in Deiner Community erste Erfahrungen gibt auf die Du zurück greifen kannst bzw. – falls die Software (bisher) kaum in Deiner eigenen Community verwendet wird – warte bis sich ein gewisser Trend abzeichnet, mit dem Du mit schwimmen kannst. In meinem Fall: Gehört habe ich von LaTeX bereits vor über 10 Jahren. Damals erschien mir diese Software aber (a) zu komplex und (b) bloß für Mathematiker geeignet zu sein. Inzwischen bin ich aber immer öfters in den unterschiedlichsten Zusammenhängen auf LaTeX gestoßen die (a) weder mit Mathematik zu tun hatten noch (b) von einer großen Komplexität geprägt waren.
  3. Schaffe eine Win-Win-Situation: Verknüpfe - wenn es irgend möglich ist – die notwendige Trial und Errorphase mit einer metakritischen Reflexion. Wenn sich letztlich vielleicht doch herausstellen soll, dass die ganze Mühe und der Aufwand umsonst war, weil die Software doch nicht passt, dann gibt zumindest es einen anderen Lerngewinn, der fruchtbringend verwertet werden kann. In meinem Fall: (Da gab und gibt es jetzt mehrere Möglichkeiten, wie z.B.) Wenn ich schon die Software nicht brauchen kann, dann zumindest über die damit verbundenen Probleme. Schließlich schreibe ich gerade an einem Buch über wissenschaftliches Arbeiten; da kann die Beschäftigung mit einer Software, die vor allem im Wissenschaftsbereich eingesetzt wird, nur nützlich sein. Wenn ich schon nicht die Software brauchen kann, habe ich zumindest etwas über Auszeichnungssprachen, über Typografie, die Innereien meines Mac etc. über Vorteile aber auch Nachteilen von Open Source Produkten, wie z.B. dieser Artikel) gelernt, usw. usf.

Odysee der Erstellung einer Literaturliste

Nun aber zurück zu dem anfangs erwähnten Bibliografie-Problem. Doch Schritt für Schritt – zuerst einmal gab es Erfolgserlebnisse

Bei der Installation gab es glücklicherweise keine großen Optionen: Zur MacTeX Distribution der TeX Users Group (TUG) gibt es seit kurzem eigentlich keine Alternative mehr. Es handelt sich um eine sehr umfangreiche Distribution, die alles notwendige Zubehör in einem einfachen Installationsvorgang mit liefert. Kein Herumfummeln mit (für mich) unbekannten Befehlen auf der Ebene der Kommandozeilen des Terminals. Kein Setzen von Schaltern in Präferenzdateien, kein Suchen, Herunterladen und Installieren von zusätzlichen (Patch)Dateien. Einfach Installer herunterladen und dem Installationsvorgang folgen. (siehe meine Beschreibung dazu.)

Es wird TeXShop als Frontend installiert und vor allem auf LaTeX 2 abgezielt, obwohl es – versteckt im Auswahlmenü auch andere Optionen gibt (Plain TeX, ConTeXt, XeLaTeX, XeTeX).

Soweit, so gut. Nun beginnen aber die Schwierigkeiten: Nachdem ich noch recht rasch ein geeignetes Einsteigerhandbuch gefunden habe und auch die ersten Tests recht erfolgreich verliefen, tauchten im Zusammenhang mit der Erstellung der Literaturliste erste Schwierigkeiten auf:

  • Es gibt ein eigenes Makropaket BibTeX für Bibliografien, das sich ebenfalls im oben erwähnten Auswahlmenü von TeXShop versteckt. Produktives Arbeiten ist aber nur mit dem dazugehorigen FrontEnd BibDesk möglich. Obwohl das alles glücklicherweise bei der Distribution dabei war und automatisch installiert wurde und noch jeder einzelne Vorgang für sich einfach ist, wächst zusammen genommen die Komplexität:
    • BibDesk aufrufen und sich mit dem User Interface vertraut machen (einfach)
    • Die Einträge von EndNote nach BibDesk überspielen (überraschend einfach, es gibt in EndNote dafür eine eigene Exportfunktion)
    • Die gewünschten Einträge von BibDesk nach TexShop und damit LaTeX überspielen (nicht mehr ganz so einfach)
    • Den Kurzbelegen und der Literaturliste die gewünschte Formatierung verpassen.

Und hier beginnen nun die eigentlichen Schwierigkeiten!

  • (La)TeX verwendet standardmäßig als Kurzbelege Nummern in eckigen Klammern, was für mich nicht akzeptabel ist. Ich möchte einen Kurzbeleg mit Autor und Jahr in runder Klammer haben.
  • LaTeX transferiert (mit Ausnahme von Buchstaben am Satzanfang) alle Einträge der Literaturliste in Kleinschreibung! Das mag ja für Englisch Sinn machen…
  • Zudem tauchen auch erste Probleme mit den sogenannten German Umlaute auf.

Ich könnte sie würgen, unsere amerikanische Freunde! Eigentlich würde man glauben, dass die Zeiten der Vorherrschaft des ASCII-Codes - der nur 128 Zeichen kennt - vorbei sind. Offensichtlich ist dem aber nicht so, wie neuere Brandreden an die Adressen von Programmierer und Systementwickler zeigen (ein übrigens sehr gut geschriebener und äußerst informativer Artikel!)

Also rein in die Präferenzen und herumgefiddelt mit den Zeichensätzen: Umstellung auf Unicode, am besten utf8- da habe ich gehört, das soll wirken. Ich bilde mir ja nicht viel ein, aber ich glaube doch, dass dies nicht gerade ein Standardwissen für jeden ist. Aber gut, man/frau ist ja schließlich nicht auf der Nudelsuppe daher geschwommen und schließlich braucht es ja eine Herausforderung, damit Freude auftaucht und nachhaltig wirken kann. Dass die Umstellung auf den nicht konformen Zeichensatz wieder (später) andere (Konvertierungs-)Probleme mit sich gebracht hat, will ich nicht verschweigen. Es muss nämlich eine eigenes Paket mit dem bezeichnenden Namen Babel mit dem Befehl \usepackage{babel} installiert werden. Zwar ist babel bereits von der MacTeX Distribution installiert worden aber langsam wird die Sache unlustig: Schließlich will ich ja Texte schreiben und mein Bibliografie-Problem ist immer noch nicht gelöst.

Die Lösung scheint in der Erstellung eines eigenen Zitierstiles für BibTeX (Sie wissen noch? Das Makropaket für Bibliografien…) zu bestehen. Also jetzt BibTeX lernen? Woher eine aktuelle Dokumentation bekommen? Die Suche nach Lösungen im Internet eröffnet eine immer größere Komplexität: Da gibt es hunderte (wörtlich!) von BibTex geeigneten Zitierstilen (Dateien mit der Endung bst), da müsste doch ein geeigneter dabei sein? Die Suche nach Ressourcen führt mich letztlich auf die ultimative TeXWebseite der CTAN:

The Comprehensive TeX Archive Network (CTAN) is the primary repository for TeX-related software on the Internet. CTAN has many thousands of items: whole systems, LaTeX packages, and much more. The TeX Catalogue can help you find what you need.

Es stellt sich heraus, dass die meisten der Zitierstile sowieso davon bereits von den TUG-Leuten in der Distribution verpackt worden. (Ein Prosit nach Portland/USA!- ich habe natürlich die beiliegenden kleingedruckten Dateien, was wohin alles vom Installer kopiert wurde, nicht gelesen. Hätte ja auch zum damaligen Zeitpunkt keinen Sinn gemacht. Was hätten mir auch schon Dateien wie abbrv.bst oder natabib (das ist die mit den Klammernausdrücken!) schon gesagt. Auf meinem Boden häufen sich die Audrucke: BibTeX Tips and FaQs, A BibTeX Guide via Example, Customizing Bibiografic Style Files, BibTeXting, Tame the BeaST - The B to X of BibTeX, sowie Natural Science Citation and References (Auhor-Year and Numerical Schemes). Um nur eine bescheidene aber sehr bezeichnende Auswahl zu nennen und amit ihr da draußen wisst, wie ich so die Weihnachten verbracht habe…

Einige - und vor allem die für deutsche Zitierungen vorgesehenen - Literaturstile bringen in BibDesk (Sie erinnern sich noch? - das Frontend für die Benutzung der Zitierstile) in der Vorschau eine Fehlermeldung. Es funktioniert zwar mit LaTeX, dh. ich kann meinen Text in TeXShop (Sie erinnern sich noch? - Das Frontend für LaTeX) als PDF generieren, aber die Fehlermeldung von BibTeX verunsichert mich. Ich habe das BeaST verflucht und die (dürftige) Dokumentation von vorne bis hinten mehrfach gelesen. Soll ich in die Mailingliste - von was eigentlich: LaTeX, TeXShop oder BibTeX? - einsteigen?

Letztlich finde ich endlich ein Programm (von Patrick Daly, einem der LaTeX Gurus), das mit einer interaktiven Abfrage den gewünschten Zitierstil zumindest annähernd automatisch erstellt. Ich hole mir das Programm und erstelle meinen ganz persönlichen Literaturstil, den ich bezeichnenderweise peter.bst taufe. Es werden dazu alle möglichen Optionen (ich glaube es sind an die 50-60) abgefragt, aber glücklich bin ich immer noch nicht (ganz). Schließlich soll es bei mir "Hg." und nicht "Herausgeber" heißen. Ganz abgesehen von der damit aufgeblasenen Länge der Literaturliste gibt es ja schließlich auch noch die Genderfrage zu beachten :-)

Lyx gehabt: Ende gut – alles gut!

Ich brauche wohl nicht zu verhehlen, dass mich um die Weihnachtsfeiertage ein gewisses Tief erfasst hat. Sowohl mein Drucker als auch ich bin etwas heiß gelaufen nachdem ich drei 3 volle Tage auf der Suche der Suche nach einer geeigneten Lösung war. Eigentlich wollte ich an meinem neuen Buch schreiben - aber glücklicherweise ist da ja auch ein Kapitel "Zitieren" vorgesehen. Und ein eigenes Kapitel über LaTeX - wenn es dann dann doch funktioniert - ist ja vielleicht auch noch zu überlegen.

In solchen Situationen ist es oft sinnvoll "aus dem System aus zusteigen" und auf eine andere (höhere oder niedere) Ebene zu wechseln: Vielleicht soll ich statt BibDesk eine anderes Frontend für die Bibliografie-Datenbank nehmen (ich habe kurz mit Bookends experimentiert; oder vielleicht soll ich statt TeXShop die andere Mac Alternative iTeXMac verwenden? Soll ich auf ConTexT oder XeTeX umsteigen? Nachdem ich mit allem ein wenig herum probiert habe, habe ich es bald wieder aufgegeben. Es sind ja alles nur Alternativen auf der gleichen Ebene und stellen keine Metaebene dar. Statt LaTeX ConTeXt oder XeTeX; statt TeXShop iTeXMac; statt BibDesk Bookends oder vielleicht gar Endnote mit Zusatzkonvertern zu verwenden, bedeutet keinen Systemausstieg sondern nur eine alternative Wahl auf derselben Ebene (siehe obige Farbgrafik).

Entweder ich steige ganz aus und freunde mich zähneknirschend mit den Möglichkeiten von Word (oder NeoOffice) an, oder ich wechsle die Systemebene. Ich habe dazu wieder zwei Möglichkeiten:

  • LaTeX Buchset Nach unten: Ich kremple mir die Ärmel auf und begebe mich in die Niederungen der detaillierten - und vielleicht monatelange dauernden – LaTeX-Auseinandersetzung. Ich muss zugeben, dass ich diese Lösung kurz ins Auge gefasst habe und mir als - sozusagen als Weihnachtsgeschenk – die 4-bändigen LaTeX-Schuber gekauft habe. [Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, dass ich für eine komplett neue und noch mit Plastik verschweißte Ausgabe nicht 174€ sondern über einen Fremdanbieter bloß 89€ (mit Porto 93€) gezahlt habe. - Wie ist solch ein eklatanter Preisunterschied möglich?]
  • Nach oben: Ich suche nach einem Frontend, das noch eine Ebene höher ist. Ein Programm, das zwar auf LaTeX (ConTeXtm XeTeX, oder was auch immer) beruht, aber gleichzeitig mich von den Niederungen der Kommandosprache abschottet.

Und tatsächlich: Es gibt mit LyX (sprich Licks oder auch Lücks, ich ziehe letzteres vor) ein solches Programm. Auch wenn die Website nicht gerade einladend aussieht, LyX ist einfach super.

Es läuft unter der Mac Aqua-Umgebung und erscheint auf dem ersten Blick als ganz normales Textverarbeitungsprogramm. Es versteckt damit die darunter liegende LaTeX und TeX-Ebene fast vollständig. Trotzdem aber lassen sich bei Sonderwünschen  LaTeX-Programmbefehle direkt eingeben. Über ein eigenes Fenster kann betrachtet werden, wie LyX die verschiedenen normalen Textverarbeitungsbefehle in LaTeX-Befehle umsetzt. Damit lässt sich LyX auch als ein angenehmes Lernwerkzeug für LaTeX verwenden. Letztlich habe ich mit meiner  Odysee Glück gehabt ("Lyx gehabt"). Doch über die Vorzüge von LyX möchte ich detaillierter ein anderes Mal schreiben.

[PS.: Wenn Sie sich die Vergrößerungen der beiden Bilder LyX UI-Beispiel und TeXShop UI-Beispiel klicken, sehen Sie sofort mit einem Blick den riesigen Unterschied in der Bedienbarkeit. Beides sind Front Ends zu LaTeX. Während aber TeXShop die Programmierumgebung nicht leugnen kann, muss man schon bei LyX das Fenster (unten) aufmachen, um dem Programm unter die Haube schauen zu können.]

Die URL für den Trackback dieses Eintrags lautet:
http://www.blended-education.info/weblog/latex-erste-erfahrungen/tbping

Re:LaTeX: Der Stoff aus dem meine Träume (der letzten Tage) sind

Kommentar von bz am 01.01.2008 22:55

Hallo Herr Baumgartner!

Erstmal Prosit Neujahr!
Bzgl. BibTeX: es gibt ein Package, das Zitate ins APA Format bringt - genau wie Sie es brauchen, und zwar apacite.sty

\usepackage{apacite}
\bibliographystyle{apacite}
\bibliography{...}

Bzgl. Umlaute kenne ich
\usepackage[applemac]{inputenc}

Ich selbst (Windows) verwende immer
\usepackage{german}
\usepackage[ansinew]{inputenc}

Großschreibung hatte ich bisher immer die einfache Variante gewählt, die entsprechenden Buchstaben in geschwungene Klammern zu setzen. Beispiel:

@incollection{Wessner2003,
author = {Martin Wessner},
title = {E-learning -- quo vadis?},
booktitle = {Wirkungen und {W}irksamkeit {N}euer {M}edien in der {B}ildung},
publisher = {Münster u.a.:\,Waxmann},
pages = "209--217",
editor = {R Keil-Slawik and M Kerres},
year = 2003 }

Ich habe erst kürzlich die open source software zotero zur Literaturverwaltung entdeckt. Zotero kann auch BibTeX importieren und aus zotero in BibTeX exportieren. Es gibt auch eine Open Office Integration, die ähnlich wie EndNote oder BiBTex aus der Literaturdatenbank heraus Bibliographien und Zitate im Text erstellen kann.

Liebe Grüße
BZ
PS: ich verwende LaTeX seit 10 Jahren (mehr oder weniger häufig). Also wenn Sie mal konkrete Fragen haben... Sehr zu emfehlen ist außerdem die FAQs auf dante.de (http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/html/de-tex-faq.html) und das LaTeX Forum auf mruni.de (http://www.mrunix.de/forums/forumdisplay.php?f=38). Außerdem hört man viel vom "LaTeX Companion". Ich selbst habe in Buchform nur ein kleines Einführungsbuch, das mir sehr gute Dienste geleistet hat: LaTeX Einführung von Helmut Kopka.

Re:LaTeX: Der Stoff aus dem meine Träume (der letzten Tage) sind

Kommentar von bz am 01.01.2008 23:01

Nachtrag: einschränkend muss ich sagen, dass ich ja Windows verwende und daher keine Ahnung habe, wie LaTeX unter Mac funktioniert...

Re:LaTeX: Der Stoff aus dem meine Träume (der letzten Tage) sind

Kommentar von baumgartner am 04.01.2008 15:54

Hi,hi - da kommunizieren wir über das Weblog... Wenn ich das früher gewusst hätte, dass Sie eine LaTeX-Nutzerin sind! Ich komme auf das Angebot zum Fragen sicherlich noch zurück - LaTeX am Mac dürfte/sollte im Prinzip gleich funktionieren. --- Ach ja: Zotero habe ich auch gerade (über die Weihnachtsfeiertage) kennengelernt und installiert. Ist super!

Re:LaTeX: Der Stoff aus dem meine Träume (der letzten Tage) sind

Kommentar von wozzek am 31.03.2008 15:55
Ich bin mit ähnlichem Leidensdruck auf die Website gestossen. Siehe meine Story dazu. Danke für den Tipp mit Zotero. Ist es das? Ist das der Stein der Weisen für meine Bibliographien. Nach erstem Hinschauen, Ausprobieren und Testen würde ich sagen, ja. Aber für einen Befund ist es noch zu früh. Gibt es schon differenzierte Erfahrungen von Ihnen?

Re:LaTeX: Der Stoff aus dem meine Träume (der letzten Tage) sind

Kommentar von baumgartner am 31.03.2008 22:39
Meine ersten Erfahrungen finden sich unter Zotero: Research, not re-search. Ich habe vor noch einen weiteren Artikel zu schreiben, der aufzeigt, was sich mit Zotero alles in meinem Forschungsalltag geändert hat.

LyX: Dokumentenverarbeitung für WissenschaftlerInnen

oder: WYSIWYM (What You See Is What You Mean)

LyX Logo
Doku als PDF
Doku in LyX
Doku in TeXShop

Nachdem meine bisherige Publishing-Software FrameMaker für den Mac nicht mehr weiter entwickelt wird, stehe ich vor dem Problem mir eine neue Software für Buchpublikationen zu suchen.  Ich habe dazu die Weihnachstsfeiertage benutzt, um diesen bereits lange aufgeschobenen Such- und Umstellungsprozess anzugehen. Konkreter Anlass ist die Fertigstellung von Wissenschaftlich.Arbeiten.Buch (Sprich: "wissenschaftlich-punkt-arbeiten-punkt-buch"), an dem ich derzeit gemeinsam mit Sabine Payr schreibe. Die von mir gesuchte Software muss im wesentlichen zwei Anforderungen erfüllen:

  1. Sie muss die Anforderungen einer modernen Textverarbeitung mit allem typographischen Schnick-Schnack erfüllen, damit die Texte bereits druckfertig an den Verlag gehen können. Besonders wichtig für mich dabei ist natürlich, dass das Verwalten von langen komplexen Texten sowie das Generieren von Listen (Inhaltsverzeichnis, Bibliografie, Sach- und Personenregister etc.) einfach und komfortabel gelöst ist.
  2. Weil viele meiner Arbeiten naturgemäß Kooperationsprojekte sind, brauche ich eine Software, die
    • auf allen Plattformen (Windows, Mac, Unix) lauffähig ist,
    • deren Texte leicht in alle möglichen - und (un)möglichen Formaten wie z.B. Word ;-) – konvertiert werden können und außerdem auch noch
    • leicht erhältlich, d.h. möglichst Open Source ist.

In Summe genommen, sind das keine trivialen Anforderungen. Ich glaube aber, dass ich mit LyX eine gute Lösung gefunden habe.

LyX basiert auf LaTeX (siehe dazu meine letzten beiden Einträge: LaTeX am Mac und LaTeX: erste Erfahrungen) und bezeichnet sich selbst als WYSIWYM-Software. Nein, das ist kein Tippfehler, der letzte Buchstabe ist wirklich ein "M" und steht für "mean" (bedeuten, Sinn geben). Bekannt ist die Abkürzung WYSIWYG (What-You-See-Is-What-You-Get = "Was Du am Bildschirm siehst, ist das was Du im Druck dann bekommst") die vor allem als Kritik moderner Textverarbeitungssoftware an jenen alten Systemen gedacht war, die nicht in der Lage waren, das Drucklayout bereits am Bildschirm darzustellen.

LyX geht aber noch eine Stufe weiter und kritisiert auch diese Auffassung als bereits überholt: AutorInnen sollten sich nicht in erster Linie um das Layout, also um die Gestaltung ihrer Texte kümmern, sondern um deren inhaltlichen (= logischen) Struktur. Es geht - so die Argumentation – gerade nicht darum, das genaue und detaillierte Aussehen des Druckprodukts bereits am Bildschirm simuliert zu bekommen. Die Darstellung des Textes während des Schreibprozesses sollte vielmehr den logischen Gedankengang, die Struktur der Ideen widerspiegeln. Welche Schrifttypen und Schriftgrößen dann letztlich für den Ausdruck genommen werden, sollte den AutorInnen (und damit der Software: sie heißt ja Textverarbeitung und nicht Druckvorschau!) vorerst egal sein.

Statt beispielsweise eine Überschrift 24pt, fett und zentriert zu gestalten, sollte es vielmehr genügen zu sagen, dass es sich um eine Kapitelüberschrift zweiter Ebene (also um eine Unterüberschrift) handelt. Die Information über die Gestaltung darf vor allem deshalb nicht direkt mit dem Text verbunden werden, weil sonst jede Änderung (z.B. statt 24pt will der Verlag nun doch lieber 18pt Unterüberschriften) nur sehr mühsam und händisch durchzuführen ist. Es muss jede einzelne Unterüberschrift im Text aufgesucht werden und auf 18pt umgestellt werden.

Formatieren des Layout versus logisches Auszeichnen

OK, ok; ich kenne schon Ihren Einwand: Natürlich wissen auch alle moderneren Textverarbeitungsprogramme um dieses Problem und haben daher die äußerst praktischen Formatvorlagen (auch Stilvorlage oder Stylesheet) eingeführt. Damit weisen Sie einen bestimmten Typus von Überschrift (z.B. "Überschrift2") alle Formatierungsbefehle zu und können dann an einer einzigen Stelle (nämlich in der Formatvorlage) alle Erscheinungsformen von Überschrift2 im Text mit einem einzigen Handstreich ändern. Erst mit dieser Trennung der Form vom Inhalt ist es möglich einfach und konsistent komplette Layouts zu ändern.

Mit dem lapidaren Hinweis auf Formatvorlagen ist aber noch nicht automatisch die Abbildung einer logischen Struktur gegeben:

  1. Sie und ich, wir beide wissen, dass die Verwendung von Formatvorlagen bereits ein sehr fortgeschrittenes Feature ist, das nicht viele Leute auch tatsächlich benutzen. Ein Text im Word lässt sich auch ohne der Verwendung von Formatvorlagen schreiben - und schön gestalten. Dagegen lässt sich ja bei privaten Texten, die nicht von anderen Leuten weiter verarbeitet werden müssen auch nichts sagen. Das Problem taucht ja erst bei Änderungswünschen auf. Beim Schreiben eines Buches sind jedoch meist mehrere Akteure beteiligt, so dass die Verwendung von Formatvorlagen ganz entscheidend ist. Ein gute Textverarbeitung sollte daher – im Interesse aller am Produktionsprozess Beteiligten - das Schreiben ohne Formatvorlagen möglichst sogar verbieten!
    Das ist natürlich eine übertriebene Forderung: Immer wieder wird es Situationen geben, wo es darum geht, bestimmte Text-Stellen (wie diese soeben) schnell auszuzeichnen. Aber auch hier wäre es möglich eine eigene Formatvorlage "Hervorhebung" zu entwickeln, statt z.B. <i>Text-</i> (i für italic = kursiv) zu schreiben. LyX kommt der Verbotsforderung aber recht nahe: So wird z.B. verhindert, dass mehrere Leerzeichen oder Leerzeilen im normalen Textmodus eingegeben werden können.
  2. Die wesentliche Kritik gegenüber traditionelle Formatvorlagen besteht aber darin, dass bei der obigen Änderung der Überschrift2 von 24pt auf 18pt die relative Struktur der Überschriften zueinander (im allgemeinen) nicht mit verändert wird. So muss dann beispielsweise auch die Überschrift3 – die vorher 18pt war – nun auch noch erkleinert werden, was wiederum Überschrift4 in Probleme bringt usw. usf.

Ich denke, dass die Erstellung eines Systems gegenseitiger Abhängigkeiten von Formatvorlagen zueinander, wahrscheinlich auch z.B. in Word möglich sind (mittels "Formatvorlage basiert auf…"). Aber Hand auf's Herz: Jetzt wird es schon kompliziert und vor allem: Wer macht das schon so?

Wesentlich in meiner bisherigen Argumentation ist es, dass es nicht der Text selbst, der formatiert wird, d.h. nicht das Layout mit den Textpassagen fix verknüpft wird. Es soll vielmehr der Text in seiner logischen Struktur so ausgezeichnet werden soll, dass damit jeweils konsistente Gestaltungen mit einfachen Änderungen erreicht werden können.

Textverarbeitung und Programmiersprache

Der größte Vorteil für mich bei LyX besteht aber darin, dass es die vielfältige Funktionalität der für spezielle typografische Zwecke entwickelte Programmiersprache TeX (versteckt) und auf der Oberfläche - dem User Interface- (fast) wie eine normale Textverarbeitungssoftware zu bedienen ist. Damit können zwei Vorteile miteinander verbunden werden: Extrem hohe Flexibilität bei gleichzeitig relativ einfacher Bedienung.

Für normale Fälle ist es im allgemeinen nicht notwendig LyX "unter die Haube" zu blicken und sich mit LaTeX herumzuschlagen. Wenn es aber für Spezialfälle notwendig wird, ist dies sehr leicht möglich. Durch den Befehl ERT erscheint ein rotes Textfeld, wo direkt LaTeX-Befehle eingegeben werden können. ERT steht für "Evil Red Text" und verweist ironisch darauf, dass ein Spezialbefehl innerhalb LyX notwendig wurde.

Ganz besonders toll für mich als LaTeX-Lernenden habe ich auch gefunden, dass man ein eigenes Fenster öffnen kann, in dem man sieht, wie LyX die Textverarbeitungsbefehle in LaTeX-Kommandos verwandelt. Damit ist ein laufendes spielerisches Lernen von LaTeX so ganz nebenbei (sog. incidental learning) möglich.

Weitere Hinweise

Nachfolgend einige Links zur Unterstützung meiner Argumentation:

  • Eine kurze Einführung über die Vorteile von TeX findet sich in What are TeX, LaTeX, and friends? der TeX User Group (TUG)
  • Um einen Eindruck von den Bedeutung der für einen Laien nicht immer leicht zu sehenden typografischen Feinheiten zu bekommen, lesen Sie The beauty of LaTeX von Dario Taraborelli.
  • Die enormen Unterschiede in der Benutzerführung zeigen die beiden screenshots im oberen Teil des Artikels auf: Es handelt sich in beiden Fällen um denselben Textausschnitt: Links sehen Sie die den Text in der Programmumgebung TeXShop, recht denselben Textausschnitt in LyX. (Übrigens ist bereits TeXShop bereits eine enorme Weiterentwicklung: Früher mussten alle Programmcodes händisch eingegeben werden und der Text über ein Kommandozeilen-Interface umständlich kompiliert werden.)

Nachtrag

Bevor ich es vergesse:

  • LyX läuft auf allen Plattformen
  • LyX ist Open Source
  • Die Texte von LyX können mit Konverter in alle mögliche Format konvertiert werden. Das ist aber zugegebenermaßen - vor allem wenn es um deutsche Umlaute geht ;-) - nicht immer ganz trivial. Vor allem haben anderen Textverarbeitungen nicht diese enorme Vielzahl an Funktionen und Flexibilität, so dass bei der Konvertierung meist etwas auf der Strecke bleibt. Aber schließlich geht es ja vor allem darum für Notfälle eine Ausweich- bzw. Exit-Strategie zu haben. Wenn Sie einen Text für Word oder OpenOffice brauchen, dann sollten Sie nicht erst durch umständliche Konvertierungen dort hingelangen, sondern den Text auch dort erstellen, wo sie ihn brauchen. (Oder wie es auf österreichisch heißt: "Warum zum Schmiedl gehen, wenn Du zum Schmied willst.")
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Re:LyX: Dokumentenverarbeitung für WissenschaftlerInnen

Kommentar von bz am 04.01.2008 16:54

Wenn Sie schon so ausführlich über LaTeX schreiben muss ich mich Ihrer Begeisterung auch anschließen - als eine, die in LaTeX geschrieben hat bevor sie mit Word begonnen hat *g* ...

Dokumente werden mit LaTeX einfach wunderschön und sehen professionell aus. Ohne viel Mühe bzgl. Layout, Abständen, Schriftgrößen, Platzierung von Tabellen und Grafiken... durch einen internen Logarithmus kommen diese so genannten floats, also "table" und "figure"-Umgebungen automatisch dort hin, wo sie vom Textfluss her hinpassen (wobei zugegeben, das kann auch ganz schön mühsam sein, wenn man eine Grafik mal genau HIER haben will... das LaTeX klar zu machen ist zwar möglich aber meist etwas mühsam). Auch bei der Fehlersuche darf man nicht so schnell verzweifeln - es hat alles einen logischen Grund.

Erst vor ein paar Tagen (ich arbeite auch gerade an einem Manuskript für ein Buchprojektchen) wollte ich meine Arbeit auf einer anderen LaTeX Installation (auf meinem neuen Notebook) zum Laufen bringen. Mühsamer als ich gedacht hatte. Bis ich alle packages beisammen hatte und das System dazu gebracht, diese auch zu erkennen hat einiges an Geduld erfordert. Noch dazu wenn man wie ich damals ein makro schreibt und in einem sty file speichert, das dann natürlich auf anderen Installationen nicht gefunden wird: 100 Fehlermeldungen... nicht zu empfehlen wie ich jetzt weiß. Aber - noch vor Mitternacht am 31.12. war alles gelöst. Das neue Jahr kann beginnen ;-) - und LaTeX wirft mir 0 Fehler und nur mehr 12 Warnungen aus... wie idyllisch!

Für Windows User muss ich noch dazu sagen: ich benutze als Editor TeXnicCenter. Funktioniert nur unter Windows soweit ich weiß, ist aber auch sehr empfehlenswert. Es hat auch ein Interface, wo man sich teilweise Befehle zusammenklicken kann, wenn man sie nicht weiß. Müsste mal direkt Lyx probieren, aber Sie wissen ja: never change a running system!

Extrem praktisch ist die Verwaltung von Projekten, d.h. man hat ein Masterfile, in dem die Präambel steht und das "Skelett" der Arbeit und wo die einzelnen Kapitel jeweils eingebunden werden. Zum Beispiel sieht das so aus:

-----------------------------------

\documentclass[11pt,b5paper]{book} % book wird automatisch für einen zweiseitigen Druck ausgegeben und kennt, im Gegensatz zu article auch chapters. Report wäre ein Mittelding.

\usepackage{} % Einbinden von benötigten Packages

\begin{document}

\begin{titlepage}
% Titelseite
\end{titlepage}

\thispagestyle{empty} & hier kommt keine Seitenzahl und keine headings
\tableofcontents % das ist das Inhaltsverzeichnis
\pagebreak % Seitenumbruch

\thispagestyle{empty}
\listoftables % hier kommt das Tabellenverzeichnis
\listoffigures % hier das Verzeichnis der Grafiken

\input{chapter_introduction} % hier kommt die Einleitung rein
\input{chapter_elearning} % hier kommt das erste Kapitel rein. Das besteht dann wiederum aus sections und subsections
\input{chapter_evaluation}
\input{chapter_overview}
\input{chapter_VEL.tex}

\end{document}

----------------------------------

Viel Spaß noch!
Liebe Grüße
BZ

Zotero: Research, not re-search

Zotero - DER persönliche Forschungsassistent

Zotero Annotieren
Zotero Grundfunktion
Zotero Server

In den letzten Tagen habe ich einige persönliche Erfahrungen mit Zotero gesammelt. Je mehr ich es benutze, desto mehr bin ich begeistert von diesem Werkzeug! Es ist nicht nur ein fantastisches Instrument zur Forschungsunterstützung, sondern das Management von (Web-)Quellen ist wohl erst der Anfang einer vielversprechenden Entwicklung – wie es in auch einem der sich wechselnden Sprüche auf der Titelseite nicht zu unrecht verheißungsvoll heißt.

Ursprünglich hatte ich Zotero zu Weihnachten im Zusammenhang meiner Recherchen zu wissenschaftlich.arbeiten.buch wahrgenommen. Dabei ist es mir vor allem im Kontext des Sammelns von webbasierten Literaturquellen untergekommen. Möglicherweise ist deshalb mein Wahrnehmung anders fokussiert – um nicht zu sagen: beschränkt – gewesen ;-).  Zotero kann nämlich viel mehr. Es ist wirklich eines der Programme, wo sich die Empfehlung RTFM wirklich auszahlt – insbesondere auch deswegen weil es als wunderschöne screencasts als Tutorials dazu gibt.

See it. Save it. Sort it. Search it. Cite it.

Das war in etwa meine erste Wahrnehmung von Zotero: Ich kann Literaturquellen im Internet aufsuchen (angefangen von amazon.com, über Google Scholar und Google Books bis hin zu lokalen Universitätsbibliothekskatalogen wie z.B. der Uni Wien) und gleich Bibliografie- bzw. zitierfähig im Firefox Browser abspeichern. Es gibt eine sehr umfassende Liste von mit Zotero kompatiblen Websites, bei der allerdings die hiesigen Bibliothekskataloge leider noch kaum vertreten sind. Trotzdem aber lässt sich mit Zotero – gerade auch in Zusammenhang von einschlägigen Social Software Websites wie Bibsonomy, CiteULike oder LibraryThing – nicht nur so ziemlich alle Literaturquellen erfassen, sondern auch gleich serienweise übernehmen.

Diese Bibliografiedaten können nun mit den verschiedensten Methoden (darüber weiter unten noch genauer) strukturiert, annotiert und in Literaturdatenbanken exportiert werden. Nach der Installation spezieller Erweiterungen (PlugIns) für MS Word und OpenOffice (bzw. NeoOffice am Mac) verwaltet Zotero auch noch die Literaturstellen im (Offline) Text (Kurzbeleg und Literaturverzeichnis). PlugIns für weitere Textverarbeitunsprogramme sing geplant. Und das Ganze steht zur freien (kostenlosen) Verfügung und ist Open Source Software.

Forschungswerkzeug mit neuer Qualität

Soweit - so gut. Sind ja schon diese Features phänomenal. Aber der Gag liegt im Detail, nämlich wie strukturiert und annotiert wird. Es sagt sich so leicht "annotiert". Ich dachte zuerst, damit ist vor allem das hierarchische Gliedern in Ordner bzw. mit Schlüsselwörter sowie das Erstellen von (beliebig vielen) Notizen gemeint. So nach dem Motto: "Goodbye 3x5 cards, hello Zotero." - noch einer der Sprüche, die auf im Banner erscheinen. Der Vergleich mit den Karteikarten ist leider extrem irreführend, weil er gerade nicht zeigt, worin Die Macht der neuen digitalen Unordnung liegt.

Es ist meiner Ansicht nach vor allem die nahtlose Integration von Informationen, die Zotero als digitales Persönlicher InformationsManager (PIM) so vortrefflich löst - und die eben gerade nicht mit den guten alten Karteikarten funktioniert: Alle digitalisierte Informationen haben den gleichen (Bit-)Charakter. Egal von woher die Information ursprünglich stammt, auf welchen physikalischen Substanzen sie transportiert und damit auch welche physikalische Form sie daher annehmen muss - auf der Bitebene gibt es keine Unterschiede. Während das Buch und die dazugehörige Karteikarte des Bibliothekskatalog eine sauber getrennte (atomare) Identität in der physikalischen Welt führen, ist in der digitalen Welt das Buch und die dazugehörige Karteikarte prinzipiell austauschbar. Wer verweist auf wen, was ist der Kommentar und was der "eigentliche" Text - das alles ist nicht mehr unterscheidbar. Weil alle Informationen auf ihrer Bitebene gleichwertig sind können sie beliebig manipuliert und zu neuen Informationseinheiten integriert werden. Das ist nicht nur ein Add-On sondern damit entsteht eine völlig neue Qualität in der Informationsverarbeitung, die ich am Beispiel von Zotero aufzeigen möchte:

Alles ist immer und überall

  • In Zotero können Sie Ihre Bibliografie-Einträge (Karteikarten) nicht nur annotieren (ein dazugehörige Notiz schreiben) sondern auch mit Dateien auf ihren PC verknüpfen. Und das schöne dran: Wenn Sie die Datei in einen anderen Ordner kopieren, findet sie Zotero weiterhin. Der physikalische Aufenthaltsort ist in der digitalisierten Welt nicht mehr relevant.
  • In Zotero können Sie einen screenshot von einer Website erstellen und haben daher sowohl den Informationsstand (z.B. für spätere Referenzierbarkeit) "eingefroren"  als auch alle Referenzen und Materialien (z.B. alle  Grafiken) zur weiteren Verarbeitung zur Verfügung. Sie können diese lokale Website wie mit einem traditionellen Markierstift gelb auszeichnen und Notizen im PostIt-Stil dazu schreiben und an den entsprechenden Stellen anhängen. Abgesehen, dass die lokale Website der originalen Website täuschend ähnelt und alle Funktionalität wie z.B. aktive Links beibehaltet, entsteht durch die Integration Ihrer Ergänzungen ein komplett neues Informationselement, das wiederum annotiert, mit Dateien verknüpft werden kann usw. usf.
  • In Zotero können Sie Ihre Informationen in einer hierarchisch gegliederten Ordnerstruktur abspeichern. Zum Unterschied von einer normalen Bibliothek wo eine Kopie eines Buch nur auf einem Standort stehen kann oder aber mehrere Kopien dann auch entsprechend teurer und mehr Platz beanspruchen, können Sie die digitalisierte Information beliebig kopieren und in beliebig viele Ordner legen. Jede Änderung in einer dieser Kopien ist auch in allen anderen Kopien dieser Information sichtbar.
  • In Zotero können die verschiedendsten und sehr umfangreichen Arten von biografischen Informationen (z.B. Buch, Artikel, Website etc.) selbst wieder als Sammlung zusammengehöriger Informationselemente organisiert werden (Links, Screenshots, Notizen, Dateien). Wiederum können Sie jedes dieser Elemente mit Tags versehen.
  • In Zotero können Sie durch das Anhängen von Schlüsselwörtern (Tags) quer über Ihre hierarchische Informationsstruktur neue Kollektionen Ihrer Informationselemente zusammen stellen.

    Ein interessantes (theoretisches wie praktisches) Problem sei hier am Rande erwähnt: Weil die Informationselemente in alle Ordner kopiert werden können und andererseits jedes Informationsitem mit beliebig vielen Tags versehen werden kann, sind die Tags in gewisser Weise mit den Ordnern austauschbar. Wann verwende ich am Besten was? Oder brauche ich überhaupt beide Gliederungssysteme? Könnte ich z.B. nach dem Motto von David Weinberger "Alles gehört in die Kategorie Verschiedenes" nicht bloß mit Tags das Auslangen finden?


    Ich habe das probiert aber dann bald bemerkt, dass die Listen der Informationseinheiten zu lang und unhandlich werden. Ich bin jetzt dazu übergegangen Ordner für klar ersichtliche und gut abgrenzbare Sammlungen von Items anzulegen. Also z.B. einen Ordner "Tools" für Softwarewerkzeuge mit verschiedenen Unterordnern wie "Bibliografie", "Textverarbeitung" etc. "Tools" selbst wiederum ist selbst ein Unterordner von "wiss.Arb" und damit Teil meiner Sammlung zum derzeit aktuellen Buchprojekt. Es gibt natürlich auch Werkzeuge, die nichts mit wissenschaftlichen Arbeiten zu tun haben. Diese Items ordne ich  in den entsprechenden Ordner z.B. "Mac" ein und hänge ihnen das Schlüsselwort "tool" an. Tags sind flexibler und lassen sich daher leichter – im Nachhinein ! – mit beliebig viele UND-Operator verknüpfen. Während ich für jede logische UND-Verknüpfung auf Ordnerebene einen entsprechende differenzierte Suche durchführen muss bzw. einen speziellen intelligenten Suchordner anlegen muss, brauche ich bei den Tags nur die betreffend Kombination der Tags anklicken.

  • In Zotero können Sie außerdem auch noch jedes Informationselement mit einem anderen Item individuell in Beziehung setzen und damit eine Art Zusammengehörigkeit ausdrücken. Sie bekommen dann für jedes Item auch gleich die Hinweise zu anderen relevanten anderen Items und zwar unabhängig von der bestehenden Ordnerstruktur und den verwendeten Tags.

Und wie geht es mit Zotero weiter?

Zotero ist vom Center for History and New Media der George Mason University entwickelt worden. Das Projekt wurde durch das United States Institute of Museum and Library Services, der Andrew W. Mellon Foundation, und der Alfred P. Sloan Foundation finanziert.

Erst kürzlich (im Dezember 2007) wurde dass Projekt mit weiteren 1.2 Millionen Dollars von der Andrew W. Mellon Foundation gefördert und das Center for History and New Media soll gemeinsam mit dem Internet Archive neue Services entwickeln. Der wesentliche neue Entwicklungssprung von Zotero 2.0 werden Web 2.0 Server Features sein. Es soll damit ein gemeinschaftliches  Managen von Forschungsresosurcen ermöglicht werden:

  • Kooperatives Sammeln und Zusammenstellen von forschungsrelevanten Quellen und Public Domain Dokumenten
  • Bilden von Forschergruppen in allen möglichen (und unmöglichen) Fachcommunites (Ich hoffe, dass man wie in CiteULike solche Gruppen selbst eröffnen wird können)
  • Gemeinschaftliches Bewerten der Ressourcen durch einen Empfehlungsmechanismus
  • Anbieten von bibliografischen Feed (Ich hoffe, dass solche Feeds nach allen möglichen Kriterien (Forschungsgruppen, Tags, Empfehlungen) und deren Kombinationen einrichten wird können.
  • Einrichten und Bekanntgabe von Programmierschnittstellen (APIs) für die Integration anderer Services mit Zotero (sog. Mash-Ups)

All das klingt sehr vielversprechend und es ist daher keine Übertreibung, wenn es in einen der Bannerslogans heißt: "Citation management is only the beginning" und Zotero als "The next-generation research tool" bezeichnet wird.



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(Orkan) Emma in Weimar

Didaktische Szenarien und Lernobjekte

Barrierefreiheit
CC Screenshots
Orkan Emma
Zauchner-Zobel
Weimar

Am Wochenende 1./2. März haben Sabine Zauchner und ich die Firma metaVentis (ehemals metacoon services) in  Weimar besucht. In einem sehr konstruktiven Gespräch mit den Geschäftsführern Annett Zobel und Matthias Hupfer haben wir mögliche Inhalte und Konstellationen einer Kooperation diskutiert. Insbesondere ging es darum, zu überlegen ob meine theoretischen Überlegungen mit einem vom metaVentis-Team entwickelten Prototypen die Grundlage für eine zukünftige Projekteinreichung sein könnte.

Im Gespräch zeigte sich eine unglaubliche Übereinstimmung unserer Gedankengänge und Ansätze: Einige Überlegungen, die ich - damals noch an der FernUniversität in Hagen – anstellte (siehe z.B.  Didaktische Arrangement und Lerninhalte) wurden im Rahmen des von der DFG geförderten Projekts CampusContent (Die Website wird gerade überarbeitet und im April relauncht) bereits teilweise umgesetzt. So z.B. die auf der analytischen Trennung von Informations- und Didaktischen Objekt beruhenden Repositorien (siehe Bild zu Screenshots links oben) als auch die zu diesem Paradigma gehörende Entwicklung didaktischer Vorlagen (siehe Bild zu Screenshots links unten) die als Templates für IMS Learning Designs innerhalb einer intuitiven Bedieneroberfläche (siehe Bild zu Screenshots rechts oben) dienen könnten.

In diesem Gespräch gewann ich sehr wertvolle Anregungen: Unter anderem wurde ich auf die Bedeutung eines geeigneten XML-Derivats für Contentauszeichnung hingewiesen: Die bisherigen Ansätze scheinen hier noch in einigen Punkten inkonsistent zu sein. (Dazu genauer in einem späteren Beitrag.)  Weiters wurde ich auf Alfresco – eine Open Source Alternative für ein Enterprise Content Mangement –  hingewiesen. Mit Alfresco war es dem metaVentis-Team möglich den CampusContent-Prototypen in sehr kurzer Zeit zu erstellen. Weiters wurde ich auf Websphere und vor allem Liferay aufmerksam, die in ihren Funktionalitäten eine neue Generation von  Portalsoftware-Paketen darstellen.

Was mich in dem Gespräch ganz besonders erfreute: Die normalerweise zwischen InformatikerInnen und PädagogInnen häufig zu erlebenden sprachlichen Kommunikationsprobleme waren – zumindest auf den ersten Blick kaum merkbar. Sicherlich gab (und gibt) es unterschiedliche Sichtweisen und Fachsprachen – aber ich hatte den Eindruck, dass unsere beiden Teile sich gegenseitig gut ergänzten.

Den Nachmittag verbrachten wir noch damit uns ein wenig Weimar anzuschauen. Das gelang uns sogar ohne Nass zu werden, weil der Orkan Emma gerade eine kurze Pause machte. Eine kurze Steppvisite am nächsten Tag nach Erfurt fiel allerdings - nachdem es (nicht nur) unseren Regenschirm zerfetzte – im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.


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Weitere Mitwirkende an CampusContent

Kommentar von zobel am 12.03.2008 11:19

Herzlichen Dank für den Artikel zu unserem Treffen in Weimar.

Ich möchte darauf hinweisen, dass an den Entwicklungsarbeiten für die in den Screenfotos gezeigten CampusContent Technologien auch Herr Dr. Steinmann aus Hagen (MMK) und Herr Prof. Dr. Krämer (FU Hagen) beteiligt waren.

"Die normalerweise zwischen InformatikerInnen und PädagogInnen häufig zu erlebenden sprachlichen Kommunikationsprobleme..." kennen wir gut aus unserer Vergangenheit. Man hat uns bei der E-Learning-Betreuung der Lehrenden u.a. in den 9 Thüringer Hochschulen rund geschliffen - wir werden uns gern weiter abrunden lassen :-)

Sag mir was Du liest und ich sag Dir wer Du bist

Wir sind was wir lesen - Fotomosaik auch Bucheinbänden

Mosaik-94
Mosaikbild
Originalbild
Mosaik 1
Mosaik 2
Mosaik 3

Beim Austesten verschiedener Funktionen von LibraryThing.de bin ich auf die Möglichkeit gestoßen, aus einer großen Anzahl von Bucheinbänden ein Fotomosaik nach einer Vorlage (Musterbild) zu erstellen (siehe Blogeintrag von David Lois Edelman). Dabei bin ich auf die kostenlose Software MacOSaiX gestossen.  Auch für den PC gibt es mit AndreaMosaic eine entsprechende Freeware.

Das Mosaik 1 aus meinen Bucheinbänden lässt nur mit einiger Fantasie eine Silhouette (m)eines Kopfes erkennen. Als Vorlage habe ich das Passfoto von mir gewählt. Ich hatte bloß 32 Bilder (Buchcover) zur Verfügung und hatte auch eine viel zu grobe Auflösung (10x10 Kacheln) gewählt. Bei einer Auflösung von 40x40 (Mosaik 2) sieht die Sache schon viel besser aus. Das Bild Mosaik 3 wurde einen Tag später auf der Grundlage von 41 Buchdeckeln generiert, nachdem ich weitere 9 Bücher in meinen Katalog eingebunden hatte. Die paar neuen Fotos wirken sich auf die Qualität des Mosaiks nicht merklich aus. Es ist daher vor allem die Anzahl der Kacheln, die eine entsprechende Verbesserung des Mosaiks erzeugt. Das zeigt sich deutlich beim Mosaikbild, wo ich 100x100 Kacheln gewählt habe, das Bild also aus 10.000 kleinen Fotos von Bucheinbänden zusammen gesetzt ist.

[Update (26.08.2008): Inzwischen habe ich bereits 94 Bücher in meine LibraryThing Bibliothek eingepflegt (siehe das Mosaikbild-94, das ebenfalls mit 100x100 Kacheln erzeugt wurde.) Aus den Vergleich der beiden Bilder lässt sich erkennen, wie sich die eigene Persönlichkeit mit einer steigenden Anzahl von gelesenen Büchern (leicht) verändert, sozusagen reift <grin>.]

Ich habe allerdings erlaubt, dass ein Foto beliebig oft – und auch unmittelbar hintereinander – verwendet werden darf. Das ist natürlich nicht besonders schön, weil damit eine Farbe im Musterfoto, die bloß in einem einzigen Buchcover vorkommt, immer wieder diese eine Buchcover verwenden muss. Es entsteht damit eine Verteilung von Büchern, die nicht der Bedeutung dieses Buches – sowohl in Relation zu den anderen Büchern, noch in meiner eigenen Wertschätzung entspricht.

Um diesen Schieflage beseitigen zu können, müssten bei einer mittleren Auflösung von 40x40 mindestens 1600 Bücher zur Verfügung stehen. Noch besser allerdings wäre es, wenn für jeden Farb-Kachel selbst wiederum aus einer Liste von beispielsweise 10 Fotos ausgewählt werden könnte. Das treibt aber die Anzahl der notwendigen Fotos in die astronomische Höhe von 16.000 Fotos (40x40x10).

Ein tolles Feature der Software ist es, dass dem Aufbau des Mosaiks zugeschaut werden kann. Jedes Farbmuster eines Buchcovers wird einzeln analysiert und die dafür passenden Stellen des (zukünftigen) Fotos ausgefüllt. Dadurch entsteht das Mosaik schrittweise und wird mit jedem neuen Cover immer deutlicher und schärfer. Das lässt sich mit dem kleinen Quicktime Movie Mosaik Bildaufbau gut nach vollziehen.

(Alle Fotos von den Bucheinbänden wurden aus amazon in meinen LibraryThing-Katalaog übernommen.)

Kategorie(n)
Werkzeuge Werkzeuge
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Scribd und iPaper

Ein Dokumentenbetrachter für das Web

Heute bin ich Zuge meiner Recherchen für wissenschaftlich.arbeiten.buch auf Scribd und iPaper gestoßen: Scribd ist eine Web2.0-Plattform zum Sammeln, Archivieren und Austauschen von Dokumenten jeder Art. iPaper ist das ihr zu Grunde liegende zentrale Werkzeug: ein auf Adobe Flash basierender Dokumentenbetrachter, der praktisch alle Formate für das Web schnell, einfach und mit vielen angenehmen Funktionen zugänglich macht. Sowohl die Services auf der Plattform als auch iPaper sind kostenlos und frei zugänglich.

Eine erste Idee der Leistungsfähigkeit von iPaper gibt der folgende Video.


Plattformübergreifendes Austauschformat

Scribd bzw. iPaper unterstützen die folgenden Formate:

  • Adobe PDF (.pdf)
  • Adobe PostScript (.ps)
  • Microsoft Word (.doc)
  • Microsoft PowerPoint (.ppt, .pps)
  • Microsoft Excel (.xls)
  • OpenOffice Text Document (.odt, .sxw)
  • OpenOffice Presentation Document (.odp, .sxi)
  • OpenOffice Spreadsheet (.ods, .sxc)
  • All OpenDocument formats
  • Plain text (.txt)
  • Rich text format (.rtf)

Plattformübergreifendes Austauschformat

Scribd und iPaper verwenden also ein plattformübergreifendes Austauschformat. Sie brauchen sich weder darum kümmern, ob Sie die entsprechende Software (Adobe Reader, MS Word etc.) auf ihrem Rechner installiert, noch ob sie auch über die entsprechenden Schriften zur Darstellung verfügen.

Funktionen von iPaper

mit iPaper können Dokumente in drei Formaten dargestellt werden:

  • Liste: Bei dieser Ansicht kann im Dokumenten an Hand des Scrollbars navigiert werden, der auch die gerade aktuelle Seite anzeigt. Wird mit der Maus auf das Dokument geklickt entsteht eine Faust, die das Dokument nach oben und unten verschieben kann.
  • Buch: Hier werden zwei Seiten nebeneinander dargestellt und wie bei einem Buch mit einer netten Animation "umgeblättert". (Das nachfolgende Beispiel ist im Buchformat, das allerdings erst beim ersten Umblättern (Seite 2/3) sichtbar wird.
  • Ziegel: Hier werden kleine Bilder der Seiten angezeigt. Durch einen Mausklick kann die entsprechende Seite direkt angesprungen werden.
Scribd Steuerleiste

Integration von iPaper

Es gibt mehrere Möglichkeiten iPaper in die entsprechende Website zu integrieren:

  1. Die einfachste Möglichkeiten ist es, wenn zuerst die Datei vorher auf Scribd hinauf geladen wird und dann das entsprechende JavaScript Code-Snippet (embed-Tag) in die betreffende Webseite eingebaut wird. Scrbd bietet hier zwei Versionen an: Eine die ihre Breite dem Browser anpasst und eine etwas komplexere Variante, wo Breite, Höhe und noch anderen Standardwerte eingestellt werden können.
  2. Soll jedoch nicht nur in Einzelfällen sondern häufiger mit iPaper gearbeitet werden, dann empfiehlt es sich einen Entwickleraccount anzulegen und QuickSwitch zu verwenden. Es werden dabei ganz automatisch alle Dateien meiner Website für iPaper in Scribd geladen, konvertiert und für die Präsentation auf meiner Website vorbereitet. Das geschieht alles im Hintergrund ohne User Interaction oder mühevolles Hinaufladen einzelner Dokumente. - So wird es zumindest beschrieben; ich bin gespannt ob das auch wirklich funktioniert: Heute habe ich die entsprechenden Einstellungen vorgenommen und nun gilt es zu warten…

    [Testweise habe ich mal die Version mit der Google-Werbung zwischen den Seiten verwendet -> siehe dieses Beispiel. Ich will mal sehen, wie das funktioniert, ob sich hier wirklich etwas verdienen lässt ;-) - Auch mit dem Einbau des LibraryThing Portlets - wo die Buchcover ja direkt zu Amazon verweisen, habe ich mir schon mal überlegt, ob ich mich da am Amazon Partnerprogramm beteiligen soll. Was ist Ihre Meinung bzw. Ihr Kommentar zu diesen Überlegungen?]

  3. Die professionelle Nutzung ist natürlich nur mit der direkten Programmierung der API Schnittstelle möglich - aber das ist außerhalb meiner programmtechnischen Reichweite und Kompetenzen. Gerade aber diese API war es, über die ich heute (bzw. gestern) überhaupt erst auf iPaper aufmerksam geworden bin: Beim Testen der neuen Open source Publishing Plattform Omeka, die u.a. vom Center for History and New Media (CHNM) – das ist jenes Institut, das auch Zotero entwickelt - bin ich auf eine Plug-In Erweiterung für iPaper gestoßen.

Das nachfolgende Beispiel einer druckreifen PDF-Vorlage, die als Beilage der bekannten österreichischen Computerzeitschrift CD-Austria erschienen ist, wurde händisch (Version 1) erstellt.

Lesen Sie dieses Dokument direkt in Scribd: e-learning Grundlagen

LEO Übersetzungsdienst integrieren

Eine Übung im Persönlichen Informationsmanagement (PIM)

LEO 1
LEO 2
LEO 3
LEO 4

Müssen Sie nicht auch ständig ein englisches Wort nachschlagen oder suchen eine Übersetzung für ein deutsches Wort? Meine bevorzugte Adresse dafür ist LEO (Link Everything Online). Natürlich weiß ich die Adresse von LEO schon längst auswendig. Wegen der häufigen Verwendung brauche ich in meinem Browser bloß den Wortanfang einzugeben, und schon wird mir die vollständige Adresse (http://dict.leo.org) vorgeschlagen. (siehe Bild LEO 1). Trotzdem ist mir das zu langsam: ich möchte gerne einfach das betreffende Wort direkt aus meinem Firefoxbrowser-Arbeitskontext suchen können.

Die nachfolgenden Beispiele beziehen sich auf (meinen) FireFox Browser. Mir ist bewusst, dass diese eine wesentliche Einschränkung darstellt; alle Vorschläge sollten – ähnlich wie das weiter unten beschriebene Bookmarklet – für alle Browser gleichermaßen gelten. Aber erstens bin ich von FireFox überzeugt und begeistert – und ich habe bereits viele Browser verwendet bzw. ausprobiert. Manche Dienste, die für meine tägliche Arbeit inzwischen unverzichtbar geworden sind (wie z.B. Zotero -> siehe dazu auch meinem Weblog-Eintrag) laufen eben nur mit der Erweiterungsschnittstelle als Add-On für FireFox. Zweitens geht es mir bei dieser Art von Beirägen hier vor allem praktische Hilfen – und da höre ich auf ein politischer Purist zu sein ;-)

1. Vordefinierte Suchmaschine installieren

Auf der LEO-Website findet man das Angebot eine vordefinierte Suchmaschine in das Suchfeld rechts oben im Browserfenster zu installieren. Das ist sehr praktisch - und ich habe dementsprechend auch bereits eine ganze Reihe solcher vordefinierter Suchmaschinen integriert (siehe Bild LEO 2). Über "Suchmaschinen verwalten" (ganz unten im Menü der installierten Suchmaschinen, das mit einen Klick auf das kleine Dreieck im Suchfenster aufgeklappt wird) lässt sich die Reihenfolge ändern, bzw. nicht benötigte Suchmaschinen auch wieder entfernen.

Mit einer Reihe von Tastaturbefehlen kann sowohl Suchtext als auch die Suchmaschine ausgewählt werden. Das ist sehr praktisch, weil durch diesen "Shortcut" nicht die Tastatur verlassen und mit der Maus dieses Fenster angesteuert werden muss.

  • Befehlstaste K: Texteingabe im Suchfeld
  • Befehlstaste K gefolgt von Wahltaste + "Pfeil nach unten" (bzw. "Pfeil nach oben") kann im Menü die gewünschte Suchmaschinen  eingestellt werden.
  • Befehlstaste K gefolgt von Befehlstaste "Pfeil nach unten" bzw. "Pfeil nach oben": Die vordefinierte Suchmaschine wird geändert. Die Auswahl wandert um eines nach unten bzw. nach oben. Dazu muss man natürlich die (ungefähre) Reihenfolge der Suchmaschinen auswendig wissen.

2. Abfrage per Kontextmenü

Wenn Sie ein Wort markieren und dann mit der rechten Maustaste das Kontextmenü aufrufen, können Sie eine Abfrage über die voreingestellten Suchmaschine starten. Wirklich praktisch! (Bild Leo 3)

3. Suche über die Seitenleiste

Ein weitere Möglichkeit besteht darin, dass eine Abfrage über einer eigenen Suchmaske in der FireFox-Seitenleiste starten (Bild Leo 4). Der Vorteil dabei ist es, dass eine feiner granulierte Suche aller drei verfügbaren Sprachen möglich ist. Ein Nachteil aus meiner persönlichen Sicht ist es jedoch, dass zuerst die Seitenleiste aufgerufen werden muss und damit die verfügbare Fläche zur Darstellung der Ergebnisse kleiner wird. Ich ziehe daher die Methode 1 oder zwei vor.

4. Bookmarklet

Eine Methode, die für alle Betriebssysteme und Browser gilt, ist die Suchabfrage über ein Bookmarklet. Bookmarklet sind eine besondere Art von Lesezeichen für Internet Adressen (Bookmarks), die mit JavaScript Programmbefehle ergänzt wurden. Sie können daher automatische Aktionen – entsprechenden dem Kontext, für den Sie geschrieben wurden – ausführen. Das ist sehr praktisch und es sind hunderte kostenlose Boomarklets erhältlich. Allerdings muss das Lesezeichen ausgewählt  bzw. angeklickt werden und das ist wegen der vielen bereits gesammelten Bookmarks oft gar nicht so einfach einfach.

5. Widget (nur Mac)

Auf den Mac gibt es auch noch die Möglichkeit über ein eigenes LEO-Widget die Suche zu starten. Widgets sind kleine praktische Heflerleins, die in das Macintosh-Betriebssystem integriert sind. Es gibt bereits eine mehrere hundert Stück zur Auswahl und sie lassen sich sehr einfach installieren und sind auch relativ schnell erreichbar: Über Funktionstaste 12 kann auf den Widget-Modus umgeschaltet werden. Trotzdem: Der normale Arbeitsfluss muss unterbrochen werden um den Widget-Modus aufzurufen. Und dann muss auch noch mit der Maus das Eingabefeld des entsprechenden Widets gesucht werden – ich zumindest weiß dafür keinen Tastaturbefehl –, wodurch auch diese Methode mir etwas zu umständlich ist.

6. LION - ShareWare (nur Windows)

Für Window gibt es auch noch als  ShareWare das Programmpaket LION  ShareWare (Einzellizenz 10 € + MwSt). Damit können Sie in nahezu allen Windows-Anwendungen das zu übersetzende Wort markieren und per Mausklick die Resultate aus LEOs Wörterbüchern erhalten.


Zusammenfassung

Es wurden hier mehrere Möglichkeiten vorgestellt, wie der Übersetzungsdienst LEO in den normalen Arbeitsprozess am Rechner integriert werden kann. Wenn Sie gerade in einem bestimmten Arbeitsmodus sind (z.B. etwas schreiben. bzw. Webseiten lesen) und dabei öfters auf LEOs Übersetzungsdienste angewiesen sind, dann empfiehlt es sich meiner Meinung nach LEO als aktuelle Suchmaschine zu definieren und dann über das Kontextmenü die entsprechenden Abfragen zu stellen. Aber es gibt auch noch andere Möglichkeiten, die vielleicht Ihrem Arbeitstil besser entsprechen.


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LEO Nachtrag - Drag de Go

Eine sehr praktische Sucherweiterung für den FireFox Browser

LEO 5

Soeben habe ich in Zusammenhang meiner Nachforschungen zu internetbasierten Möglichkeiten der Literaturrecherche eine weitere einfache Möglichkeit der Integration des Übersetzungsdienstes LEO in den Arbeitsprozess am PC gefunden. Wenn Sie sich das FireFox Plugin Drag de Go installieren, dann können Sie eine Reihe vordefinierter Aktionen einfach über die Bewegungen der Maus steuern.

So können Sie z.B. einstellen, dass eine Bewegung nach links eine Suche in Google auslöst, eine nach rechts die Suchergebnisse in der deutschen Wikipedia darstellt; nach oben wird in Leo übersetzt und nach unten in Amazon.de gesucht (siehe die Drag De Go Einstellungen auf dem Bild LEO 5).

Sie müssen natürlich die dazugehörigen Suchmaschinen auch in FireFox installiert haben. Eine Liste von 21 häufig verwendeter Suchmaschinen findet sich auf der FireFox-Website, das komplette Angebot von derzeit sagenhaften 14.855(!) Suchmaschinen kann auf der Mycroft Projektseite der Mozilla Entwicklerseite eingesehen und bei Bedarf installiert werden.

Wie die Ergebnisse dargestellt werden (z.B. in einem eigenen neuen Reiter, der automatisch gleich auch aktiv wird), lässt sich in Drag de Go ebenfalls konfigurieren. Sie brauchen also nurmehr den Suchbegriff auf der Website markieren, dann mit der Maustaste gedrückt die markierte Stelle ein Stück in die gewünschte Richtung bewegen. Einfacher geht es nicht mehr! Probieren Sie es einmal aus mit Library of Babel, einem Begriff der für alle 4 angeführten Suchmaschinen ein sinnvolles Ergebnis bringt.

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