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Mailüberflutung...

Montag 2 Uhr morgens sind wir aus Budapest kommend - mit zwei dienstlichen (sonntäglichen!) Zwischenstopps - wieder in Hagen angekommen. Ich wollte am Montag meine Mails abarbeiten, über die Reise bereichten um dann wieder - so etwa ab Dienstag/Mittwoch - an meinem neuen Buch weiter schreiben zu können. Forget it!

Das Mailaufkommen hat sich in den letzten Tagen - von verschiedenen Kanälen gespeist - mindestens verdreifacht.

  • Da sind einmal die Mails FernUni-Account. Inzwischen hat sich meine Entscheidung nach Krems zu gehen auch in der Belegschaft herumgesprochen. Viele Gratulationen, Rückfragen etc. aber auch viele organisatorische Details, die auf mich zukommen. Das reicht von der Entgegennahme der Entlassungsurkunde (geplant für 21. April) über die Organisation von Vertretungsregelungen am Lehrgebiet bis zur Bekanntgabe von Rücktritten aus Kommissionen.
  • Die letzten Tage ist mein neuer DUK Mail Acoount richtig hoch gestartet. Abgesehen davon, dass ich mich erst mit dem Novell GroupWise System, das nicht gerade Mac-freundlich ist, anfreunden muss, bin ich bereits in alle möglichen Verteilerlisten einbezogen. Selbst Studierende der DUK nehmen bereits Kontakt mit mir auf.
  • Ein dritter Kanal hat sich über mein Weblog eröffnet. Neben ein paar wenigen Kommentaren und Trackbacks haben einige Personen aber auch Firmen über das Kontaktformular mit mir kommuniziert. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Serverinstallation noch einige Fehler hat(te), die zu Irritationen - und damit zu Mailaufkommen - führte. So funktioniert beispielsweise die Pyhton Image Library noch nicht und der Spamfilter an der DUK führte hausintern zu Anmeldeproblemen.
Und dann gibt es natürlich - wie bisher - noch die ganz "normalen" Mails...


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Photoshooting

CD mit Fotos eingelangt

Fotogalerie

Am 5. April wurde ich für kommende Presseaussendungen von einer professionellen Fotografin fotografiert. Inzwischen ist die CD mit den Fotos eingelangt. Ehrlich gesagt hatte es die Fotografin Andrea Müller recht schwer mit mir: Nach einer langen Nachtfahrt aus Innsbruck kommend, war es nicht einfach um 8:00 morgens auf Befehl zu lächeln oder eine lockere Miene zu machen.

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Re:Photoshooting

Kommentar von Erwin Wagner am 22.05.2006 11:23

Das sieht ja schön ganz (professionell) gut aus. Nur: die neue Brille hätt es doch noch ein wenig geliftet ;-)
Guten Start in der Wachau.

Erwin

Umzugsvorbereitungen sind angelaufen

Es ist noch kein ganzes Jahr her, dass ich die von Innsbruck komplett nach Hagen umgezogen bin. Die 2 Jahre davor bin ich zwischen Innsbruck und Hagen wochenweise gependelt. Das war keine angenehme Zeit. Insbesondere auch deshalb, weil bei Engagement in anderen Orten, die Komplexität der Organisation noch weiter gestiegen war: Von wo fliege ich wohin? Was (Bücher, Kleindung, Rechner) nehme ich wohin mit?

Das möchte ich mir nun nicht noch ein zweites Mal antun. Außerdem bin ich in Hagen (noch) nicht sozial verwurzelt und auch das noch laufende Karenzjahr meiner Frau begünstigt einen schnellen Umzug. Ganz abgesehen davon, dass ich mich freue wieder in die Nähe meiner Heimatstadt zu ziehen. Wir planen vorerst eine Wohnung direkt in Krems in Uni-Nähe zu mieten. Vor Ort lässt sich dann leichter etwas Längerfristiges finden. Wir haben zwar noch keine Wohnung vertraglich fixiert, aber einige Angebote unserer ersten Besichtigungstour von Anfang April gefallen uns ganz gut. Wir hoffen bereits im  Laufe des Mai nach Österreich umziehen zu können.

Umzugsvorbereitung Wohnung
Umzugsvorbereitung Wohnung
Umzugsvorbereitung Büro
Umzugsvorbereitung

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Verabschiedung und Begrüßung

Verabschiedung FernUniversität

In der letzten Woche hat es verschiedene Ereignisse zu meinem Wechsel von der FernUniversität Hagen zur Donau-Universität Krems gegeben. Auch meine entsprechenden Webauftritte habe ich in der Zwischenzeit aktualisiert.

Am 21. April wurde mir in einer kleinen Abschiedsfeier die Entlassungsurkunde vom Rektor der FernUniversität in Hagen überreicht. Ich bekam auch eine nette Standuhr für den Schreibtisch mit dem Logo der FernUniversität geschenkt. Auf den Seiten der FernUni wurde ein kleiner Beitrag mit dem passenden Titel Neue Wirkungsstätte in alter Heimat platziert.

Am 24. April wurde eine Presseaussendung (pdf, 45.1 kB) seitens der Donau-Universität Krems versendet. In der Zwischenzeit gab es auch bereits mit Bezug auf meinen eigenen Weblogeintrag eine Meldung in checkpoint eLearning.

Weiters habe ich bereits meine Homepage an der DUK geschrieben und veröffentlicht. Ironischerweise wird an der Donau-Uni (wie in Hagen) Imperia verwendet. Dem großen Vorteil, dass ich bereits mit diesem System vertraut bin, stehen beträchtliche Nachteile gegenüber: Das System ist extrem umständlich und unflexibel und weist viele Standardfunktionen eines modernen Content Managementsystems (CMS) nicht auf. Allerdings stellt die DUK - im Unterschied zur FernUniversität - eine große Menge von bereits vorgefertigten Standardtemplates zur Verfügung, so dass die Unflexibilität dieses Systems nicht gar so stark ins Gewicht fällt.

Adaptiert habe ich auch die unter Berufliches versammelten Unterlagen in meiner persönlichen Hompage: Es gibt sowohl neue (aktuellere) Fotos und Lebensläufe zum Herunterladen.
Presseaussendung Antritt DUK Presseaussendung Antritt DUK
Größe: 45.1 kB - File type application/pdf
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Dissertationsworkshop

Kommentar von die ständige Reise am 26.06.2006 09:41
Am Wochenende war ich in Krems beim Dissertationsworkshop. Hintergrund ist, dass Prof. Baumgartner, der meine Arbeit betreut, mittlerweile wieder in Österreich weilt. Ich muss sagen, dass ich sehr motiviert wieder zurückgekommen bin. Ende des Jahres ...

Hagen-Innsbruck-Krems-Saalfelden und wieder zurück

Saalfelden

Abschiedsumtrunk

Otto Peters

Die letzten 14 Tage waren Stress pur:

  1. Zuerst ging es von Hagen an das Management Center Innsbruck (MCI), wo ich bereits voriges Jahr eine Lehrveranstaltung zu E-Learning vereinbart hatte. (Das hätte ich - wenn ich den Wechsel Hagen-Krems schon damals geahnt hätte - mir sicherlich nicht noch zustzlich aufgebürdet. Die Veranstaltung ist wegen der ausländischen Incoming Students (Kroatien, Albanien, Schweden, Finnland) für mich jedoch sehr interessant.
  2. Danach fuhren meine Frau und ich nach Krems um uns endgültig - aus den bereits vorselektierten Angeboten - für eine Wohnung in Krems zu entscheiden.
  3. Nach einigen Sitzungen und Besprechungen an der Donau-Uni ging es für einen Studietag im Rahmen der FernUniversität in das schöne Salzburgerland nach Saalfelden.
  4. Auf die Rückreise nach Hagen folgte unmittelbar die informelle Verabschiedung von meinen Kollegen und Kolleginnen an der FernUniversität (gemeinsam mit Dr. Ströhlein sowie ein Gruppenfoto mit Dekan Huber, Institutsvorstand Hansen und CampusContent Projektleiter Borst ) gefolgt von meinem letzten Auftritt im Rahmen der 80-Jahre Ehrung von Otto Peters im Rahmen des Forschungskolloquiums Distance Education in Transition. Prof. Theo Bastiaens hat diese Veranstaltung organisiert und moderiert. Siehe auch das Gruppenfoto mit Theo Bastieans, Otto Peters und mir.
  5. Danach erfolge der Abbau und das Zusammenpacken, das Organisieren der Spedition - die unglücklicherweise einen zu kleinen Transporter schickte und daher von Österreich noch zusätzlich mit einem zweiten (kleineren) Auto nach Hagen fahren musste - und der Umzug nach Krems. Der Tirolerhut - gemeinsam mit einer netten Widmung - war ein Abschiedgeschenk des Kollegen Ströhleins.
  6. Zwischendurch hatte ich in Wien noch einen Auftritt im Rahmen des Lernie-Awards.
Heute jedoch um 19:00 hat meine Frau die letzte Kiste bereits ausgepackt! Wir finden zwar noch nicht immer gleich alles, es kann aber nurmehr besser werden.

Morgen geht es bereits wieder nach Innsbruck, wo sowohl meine Frau und ich wieder Lehrveranstaltungen abhalten.
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Neue Brille

Neue Brille

Das Alter schlägt langsam aber unerbittlich zu: In der Zwischenzeit hat sich meine Sehkraft weiter verschlechtert, sodass ich vor allem das Kleingedruckte von Verträgen, aber auch von Fussnoten nicht mehr richtig lesen konnte. Zuerst wurde mir eine Brille speziell für die Arbeit im Büro ausgemessen (also zum Lesen und für die Bildschirmarbeit). Das hat sich aber überhaupt nicht bewährt. Abgesehen davon, dass der Bildschirmabstand variiert (in Abhängigkeit davon ob ich am Laptop unterwegs oder mit dem Großbildschirm im Büro bzw. zu Hause arbeite), hat mich das ständige Wechseln der Brillen unheimlich irritiert.

Ich habe daher die Brille umgetauscht und mir wieder (eine stärker) Gleitsichtbrille für alle drei Bereiche (Nähe, Mittel, Ferne) machen lassen. Angenehmerweise gleichen sich meine beide Augen insgesamt aus: Ein Auge ist kurz-, das andere weitsichtig, sodass ich auch ganz gut ohne jede Brille leben bzw. lesen kann.

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Mac-Probleme mit GroupWise

GroupWise Menü unter Window und unter Mac
WIndows unter Mac

An der Donau-Unversität Krems (DUK) wird zu meinem Unglück Novell® GroupWise als E-Mailsystem verwendet. Es mag zwara Vorteile bei der Kalenderverwaltung geben, aber der Mac Client ist unter jeder erdenklichen Kritik! Abgesehen davon, dass er bisher nur in einer Betaversion für die GroupWise Version 7 erhältlich ist und einige Fehler aufweist, ist er vom User Interface äußerst schlecht (not Mac-Like) programmiert. Katastrophal jedoch ist der extrem reduzierte Funktionsumfang, der das Arbeiten mit Mails zum einem absoluten Horrorszenario macht.

Weil die DUK derzeit kein Abrufen der Mails mit POP3 Clients zulässt - und ich die möglichen Vorteile der virtuellen Zusammenarbeit mit meinem Team- die ich allerdings bisher kaum nutze - (noch) nicht verlieren möchte, habe ich mir jetzt eine virtuellen Windowsrechner auf meinem Intel Mac installiert. Das Programm Parallels Desktop for the Mac (ebenfalls in der Betaversion) funktioniert ausgezeichnet und kann alle mögliche Windows- als auch Linus-Betriebssystem als Virtuelle Machinen betreiben.

Es ist natürlich eine gewisse Ironie, dass ich unter meinem MacBook Pro jetzt Windows laufen lassen muss, damit ich den enormen Mailverkehr mit einer halbwegs vernünftigen Produktivität bearbeiten kann. Aber im Augenblick mit dem ganzen Umzugsstress sehe ich keine andere Möglichkeit arbeitsfähig zu bleiben. An der DUK gibt es nur einen weiteren Mac User und mir fehlt die Zeit mich intensiv mit den anstehenden Problemen auseinander zu setzen. Heute ist überhaupt der erste Tag seit 3 Wochen wo ich wieder einige Stunden dazu komme nachzudenken und in mein Weblog zu schreiben. Vielleicht kann mir da draußen jemand zu diesem GroupWise Problem einen Ratschlag geben?

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Bremsen um zu Bloggen

Neue Herausforderungen an der DUK

Ich schäme mich fast, wenn ich jetzt - nach geschlagenen 4 Monaten - mal wieder einen Eintrag in meinem Blog vornehme. Es ist nicht so, dass sich in der Zwischenzeit nichts getan hätte. Ganz im Gegenteil...

Eine Überfülle an (zum Teil) recht neuen Aktivitäten nimmt mich von früh morgens bis spät abends voll in Beschlag. Meine neue Professur an der Donau-Uni funktioniert nach einer ganz anderen Logik als bisherige Professuren die ich bisher inne hatte. Natürlich gab es (und gibt es mindestens noch bis Jahresende) bei einem neuen Job, der zudem noch mit einem Umzug in ein anderes Land verbunden ist, Doppel- bis Dreifachbelastungen: Da laufen noch (alte) Verpflichtungen aus Hagen, während schon eine Reihe neuer Anforderungen wahrzunehmen sind, da sind Versicherungen, Banken, Autokennzeichen ab- bzw. umzumelden, etc.

Der eigentliche Grund für mein Nicht-Bloggen aber ist ein Paradoxer: Es ist meine Unfähigkeit mich selbst zu beschränken!

Zum ersten Mal bin ich in einer Institution, wo ich

  1. soviel Eigenverantwortung habe, dass ich meine Ideen und Überlegungen meist auch gleich umsetzen kann und wo
  2. die institutionellen Rahmenbedingungen so dynamisch sind, dass sie mich nicht bremsen.

Ein Beispiel für die Dynamik an der DUK

Als es mir gelang mit meinem Dienstantritt  zum 1. Oktober 2003 an der FernUniversität meine 4 neuen Stellen bis zum 1. Jänner 2004 (ich kann jetzt wieder österreichisch schreiben, muss also nicht mir ein "Januar" abquälen) zu besetzen, wurde mir von allen Seiten gratuliert. So schnell habe es bisher mit Stellenbesetzungen an der FernUni noch kaum einer geschafft. Tatsächlich wäre es ohne viel guten Willen und kollegiale Unterstützung von vielen Seiten - auch von "oben" - nicht so schnell gegangen; die verwaltungstechnischen Hürden sind eben nicht einfach zu überspringen.

An der Donau-Uni habe ich mit 1. Mai 2006 (einem Feiertag) begonnen und bereits am 9. Mai (!) meine 4 neuen Stellen bereits besetzt (auch wenn zwei MitarbeiterInnen nach ihrer Kündigungsfrist im alten Job erst mit 1. Juli bei mir beginnen konnten. Diese - selbst für mich (fast) zu schnelle Stellenbesetzung ;-) war nur möglich, weil eine Mitarbeiterin der Personalabteilung mich bereits im April in Hagen angerufen hat und mir mitteilte: "Ich fahre morgen für 3 Wochen auf Urlaub, wir müssen heute noch ihre 4 Stellenausschreibungen durchbringen." Gesagt, getan! Nach etlichen Mails und mehreren Telefonaten hatten diese Mitarbeiterin um ca. 20:30 nicht nur alle Texte zusammen, sondern auch bereits alle Unterschriften auf den Formularen (bis hin zum Vizerektorat) organisiert und die Ausschreibung bereits im internen Mitteilungsblatt veröffentlicht. Mir ist angesichts solch einer initiativen, proaktiven Haltung der Atem weg geblieben.

Mehrmals wollte ich schon einige Gedanken zu "anderen" Logik an der Donau-Uni schreiben. So wie ich es auch an der FernUni mehrmals getan hatte, als mir einige Probleme, Unzulänglichkeiten oder vermeintliche Systemfehler aufgefallen sind. Kaum hatte ich mir eine vorsichtige Formulierung überlegt, als mich die Realität in diesem dynamischen Setting bereits überholt hatte: An der Donau-Uni herrscht derzeit nicht nur Aufbrauchstimmung, sondern die Kommunikationswege sind für eine Universität extrem kurz und unbürokratisch.

Die "andere" Logik der DUK

Ein typisches Beispiel für die andere Steuerungslogik an der DUK stellen meine Berufungsverhandlungen dar. Wie üblich habe ich mit dem Rektorat über mein Gehalt, Personal- Raum- und Sachausstattung verhandelt. Ich konnte in fast allen Belangen (ausgenommen der komplexen Pensionsfrage) recht rasch und ohne viel Diskussionen meine Vorstellungen dem Rektorat nahebringen. Das war jedoch nur ein Phyrussieg: Ich muss nämlich die Kosten meines Departments selbst erwirtschaften, d.h. ich muss für die "Erfolge" meiner Berufungsverhandlungen selbst aufkommen! (Derzeit werden etwa 75% des Budgets an der DUK durch die DUK (vor allem durch Einnahmen von Studiengebühren) selbst erwirtschaftet, nur 25% gibt es an Zuschüssen von Bund und Land.)

Dieses hohe Maß an (wirtschaftlicher) Eigenverantwortung hat nicht nur Vorteile: Abgesehen dass diese Verantwortung sehr belastend ist, befürchte ich auch eine Eigendynamik, die für eine Universität nicht nur von Vorteil ist: So kann der Druck entsprechende Einnahmen zu generieren, zu einer Anpassung an die Marktbedingungen führen, die auf lange Sicht kontraproduktiv sind. (Ich werde - wenn ich mich ein wenig besser auskenne und diese "Logik" besser durchschaue - darüber noch detaillierter berichten.)

Selbstbeschränkung ist angesagt

Ich finde es auf jeden Fall für einen enormen Vorteil, dass ich für einen Kongress, eine Auslandsreise, ein Besuch eines ausländischen Wissenschafters nicht lange vorausschauend Anträge schreiben muss, die dann letztlich vielleicht doch abgelehnt werden. Es ist angenehm,  dass ich das, was im Rahmen des Budget ist, zu gegebenen Zeitpunkt dann auch recht unbürokratisch veranlassen kann. Gerade bei kleineren Beträgen (bis 500 Euro) waren in meiner bisherigen Erfahrung die bürokratischen Hürden, die oft zu überwinden waren, d.h. der Aufwand in keinem richtigen Verhältnis zum erreichbaren bzw. erzielten Nutzen.

Abgesehen davon, dass ich jetzt in einer Position bin, wo ich recht häufig kostenneutral eingeladen werde, kann ich auch selbst (wenn dies einmal nicht der Fall ist) relativ mühelos die Gelegenheit für einen Kongress, Auslandsreise etc. wahrnehmen. Allerdings wird der Erfolg an der DUK (bisher) weniger durch die damit erreichte wissenschaftliche Reputation gemessen sondern vor allem durch die Einnahmen durch Studiengebühren und Forschung. Internationale Gutachtertätigkeit, Sitzungen von Programmkommittees einschlägiger nationaler und internationaler Kongresse, Einladungen für Referate und Workshops fördern nicht unbedingt automatisch den wirtschaftlichen Erfolg des Departments; fehlen meinem Zeitbudget dann aber für andere Tätigkeiten, die eventuell ökonomisch und kurzfristig betrachtet, sinnvoller wären.

Bisher habe ich versucht beide Wege gleichermaßen voll ausgelastet zu beschreiten. Das ist aber auf lange Sicht weder zeitlich noch gesundheitlich möglich. Der Tag hat eben nur 24 Stunden, die Woche nur 7 Tage, ich bin 53 und habe auch eine Familie... Ich muss mir eine Strategie überlegen, die einen Kompromiss darstellt und mich nicht in alle möglichen (sicherlich ehrenvollen und attraktiven) Aktivitäten aufreibt. Statt sporadisch hier und dort einmal "nein" zu sagen, muss ich ganz systematisch bestimmte Tätigkeiten zurückschrauben. Wie ich das anpacken soll, weiß ich zwar noch nicht. Aber es gibt einen guten Indikator der mir zeigt ob ich dabei erfolgreich bin: Wenn ich wieder Zeit zum Bloggen (und Nachdenken) finde, dann ist dies ein Zeichen für mich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Bloggen ist in diesem Sinne wie eine Art Therapie für mich: Es hilft mir über die letzten Aktivitäten nachzudenken, mich (wieder) zu sammeln und strategisch ausgerichtete Pläne für die (Aus-)Wahl der nächsten Aktivitäten zu fassen.

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Wissensvampire unter uns?

In zunehmenden Maße bekomme ich Mails, wo irgend jemand - den ich nicht kenne - irgend etwas von mir will. Nein, ich meine nicht damit klassische Spam Mail und auch nicht die 2-3 Fragebogen pro Woche (!), wo ich per Massenmail als Experte um meine Meinung gebeten werde. Diese Fragebögen fülle ich schon seit langem aus zeitlichen Gründen nicht mehr aus - obwohl mir das irgend wie leid tut. Man fühlt sich ja irgendwie der Wissenschaft verpflichtet... Nein, ich beziehe mich in diesem Beitrag auf Mails die individuell versendet und wirklich an mich als Person verschickt werden und - wie ich meine - in unverschämter Weise ohne irgendeine Gegenleistung Wissen (wie Blut) von mir abzapfen wollen.

Da schreibt mir eine Consultant Firma, dass sie sich wundert, warum ich in einem Vortrag mehrmals moodle genannt habe. Ob ich denn nun nicht mehr Ilias (auch) empfehle? Könnte ich der Firma nicht vielleicht ein Update der letzten Entwicklungen seit meinem Evaluationsbuch über Lernplattformen schicken?

Der allgemeine, sozusagen prototypische Fall ist jedoch "social enquiry" von fremden (also nicht von mir betreuten) Studierenden. Sie schreiben derzeit gerade an einem allgemeinen Thema zu E-Learning (z.B. E-Learning in der Medizin) und würden gerne einige Literatutipps bekommen. Es handelt sich dabei um völlig unspezifische Mails, nicht etwa um eine interessante Fragestellung, mit der auch ich mich schon beschäftigt habe und zu der man/frau eine Diskussion wünscht. Nein, es scheint mir vielmehr, dass dies der allererste Rechercheschritt ist. Möglicherweise wird bei mir eine höhere Trefferquote als von google erwartet.

Der bisher frechste (ja, mir fällt kein anderes Wort hier ein) Versuch dabei ging so: "Sehr geehrter Herr Professor! Der Betreuer meiner Diplomarbeit [Name der Diplomarbeit = allgemeines Thema zu E-Learning] hat mich auf das Buch von Ihnen [Name des Buches] verwiesen. Leider ist es derzeit in unserer Bibliothek gerade ausgelehnt worden. Da ich sehr in Zeitnot bin, würde ich Sie bitte mir die Ergebnisse kurz zusammen zu fassen und mir per Mail zuzusenden. Danke im Voraus...."

Selbstverständlich antworte ich immer wieder fremden Studierenden anderer Unis, die nicht von mir betreut werden. Das geht dann aber über das Fachinteresse: "Sehr geehrter Herr Professor! Mir ist aufgefallen, dass bei Ihrem Diagramm im Buch XY ein Inkonsistenz steckt. [Es folgt die Erklärung, worin diese Inkonsistenz nach Meinung des Studierenden bestünde]. Was meinen Sie dazu? Sehe ich das falsch?".

Der allgemeine Fall für eine Antwort, sozusagen der prototypische Fall eines Gedankenaustausch, lässt sich durch Gegenleistung kennzeichnen: "Ich habe das und das erforscht und bin dabei auf die von Ihnen vertretene Meinung gestossen. Wie passt das zusammen? Ich würde dazu gerne Ihre Meinung einholen, Sie natürlich zitieren und - falls es Sie interessiert - Ihnen gerne auch meine fertige Diplomarbeit als PDF zuschicken."

Ich muss zugeben, dass sich mein Verhalten gegenüber den Wissenssaugern schrittweise geändert hat. Anfangs - als frisch gebackener Habilitierter ;-) - habe ich sogar noch geantwortet und mich gefreut, dass ich an fernen Unis rezepiert werde. Mit der Zeit habe ich diese einseitigen Monologe (ich bekam außer einem "Danke" nie eine Gegenleistung) aufgegeben und bin zur Strategie einer kurzen abschlägigen Mail ("Schauen Sie auf meine Homepage") übergegangen. Jetzt mache ich nicht einmal das und klicke bloß auf "Delete". Manche wundert das aber nicht sehr und so schicken sie mir ihre Mails mehrmals, zum Teil auch mit hoher Priorität. - Diese Profs! Schauen die nicht einmal ihre Mails regelmäßig durch?


PS: Ergänzung 24.11.06

Zur Klarstellung - Dieser Beitrag richtet sich natürlich an die falschen Leute! Ich habe diese Meldung nicht zur Abschreckung geschrieben; sondern es war als eher als witziger Kommentar gemeint. Die Leute, die ich meine, lesen nicht mein Weblog, machen sich nicht die Mühe selbständig nach Informationen zu suchen. Wenn Sie diesen Beitrag lesen, dann gehören Sie ja schon per Defintion nicht zu den Wissensvampiren, die ich im Beitrag beschreibe.

Uff, das war notwendig! Ich erhielt nämlich bereits aufgeregte Mail von einigen meiner Studierenden. Offensichtlich wirkt dieser Beitrag negativ und abschreckend. Vielleicht auch etwas überheblich? Das war nicht beabsichtigt - Ist da etwas in diesem Beitrag das - von mir unbewußt und nicht intendiert - diese abschreckende Stimmung transportiert. Bitte um Kommentare!

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Re:Wissensvampire unter uns?

Kommentar von ckohls am 24.11.2006 15:57

Hallo,

dass viele Nutzer nicht nachdenken bevor sie eine Mail verfassen und falsche Vorstellungen über kostenlose Dienstleistungen pflegen, scheint mittlerweile ein weit verbreitetes Phänomen. Mir fällt auf, dass dies bereits das dritte Aufstöhnen in einem Blog ist:

Zuerst Jochen Robes über Recherchearbeit delegierende Journalisten:
http://www.weiterbildungsblog.de/archives/001073.html

Und vor ein paar Wochen Jay Cross, der es ebenfalls Leid ist, um Zusammenfassungen gebeten zu werden:
http://internettime.com/?p=744

Alle Blogger betonen dabei, dass sie gerne bereit sind, in eine qualifizierte Diskussion einzusteigen oder spezielle Auskünfte zu erteilen. Meine eigenen Erfahrungen zeigen, dass man auf wohlformulierte und durchdachte Anfragen in der Regel auch eine gute Antwort bekommt - auch von hochrangigen und/oder prominenten Wissenschaftlern. Die Nutzung von Experten als intelligente Suchmaschinen sehe ich allerdings auch als Beleidigung (und Resoucenverschwendung!) und kann Ihrem Beitrag daher nur zustimmen.

Re:Wissensvampire unter uns?

Kommentar von mullmann am 10.12.2006 23:33

In Michael KERRES´Blog findet man ebenfalls einen Eintrag zu diesem Thema:

http://mediendidaktik.uni-duisburg-essen.de/node/3193

Graduierungsfeier in Dürnstein mit Schockeffekt

Graduierungsfeier November 2006

Bereits letzte Woche hat meine erste Graduierungsfeier im Bereich eTeaching/eLearning stattgefunden. In der Nacht am 24. November aus Barcelona angekommen, ging es gleich Samstag früh ins schöne - für diesen Anlass als festliche Lokalität sehr geeignete - Stift Dürnstein.

Von dem Barcelona-Seminar zu Open Educational Resources sehr angetan, nutzte ich gleich die Gelegenheit in der Festrede über den Zusammenhang von "Open Content" und Freie Pädagogische Ressourcen zu sprechen. Ich vertrat die These, dass die scheinbare wahnwitzige Aktion "Content" frei herzugeben, wie es z.B. das MIT in der OpenCourseWare Initiative vorgemacht hat, nur dann als Problem aufscheint, wenn der komplexe Bildungsprozess auf die reine Content-Vermittlung reduziert wird.

Dieser Termin war mit einem kleinen persönlichen Schock verbunden: Übernachtig noch von der späten Heimkehr von Barcelona habe ich nämlich Samstag früh mein Auto - mit dem ich nach Stift Dürnstein fahren wollte - nicht gefunden. Dort wo ich es abgestellt hatte, war plötzlich eine Baustelle!

Wie immer in Zeitnot, musste ich mir schnell ein Taxi organisieren. Zudem hatte ich auch noch versprochen die Vizrerektorin Ada Pellert mitzunehmen, sodass kurfristig die ganze Graduierungsfeier gefährdet war.

Erst später am Samstag Nachmittag konnte ich durch Recherche herausfinden, dass gerade unter meinem Auto ein Wasserleitungsrohrbruch stattgefunden hatte und mein Auto daher abgeschleppt werden musste. Zudem ist es bei dieser Aktion auch noch beschädigt worden und keiner (weder das Waserwerk, die Baufirma noch der Abschleppdienst) will es gewesen sein.

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Leiser treten - Bandscheibenvorfall!

oder: Der Körper meldet sich zu Wort...

Gerade in den Ferien hat es mich wieder erwischt: Ich wollte die Zeit nutzen und verschiedene liegen gebliebene Artikel fertigstellen. Da hat mich mein altes Leiden wieder eingeholt: Viel Sitzen, wenig Bewegung, keine Gymnastik. Kein Wunder, dass es dann bei einer recht unscheinbaren Bewegung wieder mal "gekracht" hat. Das Ganze dann auch noch am Neujahrstag…

Nach zwei Injektionen befinde ich mich langsam auf dem Weg der Besserung. Zumindest muss ich nicht operiert werden. Ich habe mir mal wieder vorgenommen, die "Signale des Körpers" ernst zu nehmen und mich neu zu "sortieren". Das Spannende an der neuen Professur an der DUK ist, dass es (fast) keine äußeren Begrenzungen der Eigeninitiativen gibt. Es ist daher dringend eine Selbstbeschränkung angesagt.

Das ist übrigens ein riesiger Unterschied zu meinen früheren Professoren-Stellen an anderen Unis. Dort mussten neue Initiativen erst durch viele Gremien und hatten sich mit mehr oder weniger mit vielen BedenkträgerInnen herum zu schlagen (an der Uni Innsbruck etwas weniger, an der FernUni Hagen eher mehr). Dadurch wurden Initiativen "eingeschliffen", auf die "Wartebank" verlegt. Meistens war niemand direkt dagegen, aber trotzdem verfingen sich viele Ansätze in einer (sehr elastischen) Gummiwand.

An der DUK sieht das ein wenig anders aus: Du hast eine - wie Du glaubst - gute Idee? Ok, dann mach mal! Die Ressourcen sind natürlich ebenfalls entsprechend zu organisieren und das dauert natürlich auch seine Zeit. Trotzdem: Insgesamt bewegt sich an der DUK alles viel schneller. Das hängt einerseits wahrscheinlich mit der Kleinheit der Uni zusammen, andererseits aber auch mit der privatwirtschaftlichen Organisation.

Ich muss daher aufhören auf die Gummiwand zu vertrauen und mich selbst mehr beschränken. Das war bisher schwierig, weil ich immer noch nicht ganz verstanden habe, wie die DUK funktioniert. Jetzt aber fühle ich mich langsam in der Lage einen größeren Plan (für etwa 3 Jahre) aufzustellen. Darin sollte sowohl der Aufbau des Teams, der Lehrgänge als auch meine eigenen Forschungsaktivitäten in ein vernünftiges Verhältnis gesetzt werden.

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DUK Konflikt und (zukünftige) Rolle meines Weblogs

Einschätzung und erste Schlussfolgerungen


Nach einer mehr nun mehr als vier Monate dauernden Pause habe ich heute wieder Einträge in mein Weblog vorgenommen. Der Grund für die lange Absenz war einer Extremsituation verschuldet: Als Sprecher der protestierenden ProfessorInnen war ich plötzlich nicht nur mit ganz anderen (zusätzlichen) Aufgaben konfrontiert, sondern stand auch unheimlich unter Druck.

Ich musste nicht nur sehr aufwändige Koordinierungsaufgaben übernehmen, sondern hatte vor allem laufend - für mich relativ neue - Kontakte und Kommunikationstermine wahrzunehmen. Das fing bei der Presse an, ging über Gespräche mit dem Mitgliedern des Universitätsrats bis hin zum Büro des Ministers.

Extremsituatiuon nun positiv aufgelöst

Es war eine Extremsituation, bei der ich zwar viel lernte – die DUK als Weiterbildungsuni machten ihren Namen ganze Ehre ;-) -, die aber von meiner persönlichen Grundstimmung nicht immer besonders lustig war. Zu Beginn des Protestes – bei dem ich mehrmals im Rampenlicht der Öffentlichkeit stand, weil ich von der Presse und ORF als Sprecher der "Rebellen-ProfessorInnen" interviewt wurde –, war keineswegs klar, wie die Sache ausgehen wird. Sorgen um die Entwicklung der Universität aber auch ganz real um meine persönliche Zukunft waren daher ständig präsent. Ganz abgesehen davon, dass viele Informationen und Verhandlungsergebnisse nicht öffentlich werden durften (bzw. wenn sie dann öffentlich werden sollten, dann hatte ich ja als Organ die "normale" Tagespresse zu nutzen), war ich schon aus meiner psychischen Verfassung heraus nicht in der Lage am Weblog weiter zuarbeiten.

Insgesamt gesehen nehme ich den Ausgang des Konflikts mit Erleichterung zur Kenntnis. Das betrifft einerseits die inhaltlichen Ergebnisse, die grundsätzlich positiv zu beurteilen sind, obwohl eine Reihe von kritischen Fragen weiterhin offen bleiben und erst in Zukunft einer Lösung zugeführt werden sollen (siehe auch beiliegende APA-Meldung). Andererseits aber ist der wesentliche Erfolg darin zu sehen, dass sich die Mehrheit der ProfessorInnen sich in diesem Protest gefunden hat, sich geeint und gemeinsam zu Wort gemeldet hat. Es hat sich nämlich gezeigt, dass praktisch alle bisherigen Rektoratsbestellungen an der DUK unsauber gelaufen sind bzw. mit Konflikten verbunden waren  (siehe APA-Meldung zur Geschichte der Rektoratsbestellungen). Es bleibt für die Zukunft zu hoffen, dass wir in der ProfessorInnen-Kurie aber auch insgesamt an der DUK in den jeweils zuständigen Gremien unsere Konflikte in einem wertschätzenden Diskurs ansprechen, ausdiskutieren und selbständig lösen. Dann sind Interventionen von außen zwar nicht zu verhindern, bei einer funktionierenden Autonomie der Universität jedoch weniger störend und behindert. Gerade an diesem akademischen (Gremien-)Diskurs hat es meiner Meinung nach jedoch bisher auf der DUK  gemangelt. Gerade hier gilt es – im Sinne einer geänderten Kommunikationskultur - anzusetzen und diesen innerakademischen Diskurs für die Weiterentwicklung der DUK zu nutzen. Das bedeutet unter anderem beispielsweise:

  • Vor- und Nachbesprechungen der einzelnen Kurien vor wichtigen Senatssitzungen
  • Stärkeres kooperatives Zusammenspiel zwischen Senat, Unirat und Rektorat. Hier zeit das UG 2002 etliche Mängel: Nicht nur auf der DUK gab es bei der letzten Rektoratswahl diesbezüglich Probleme. (Darüber vielleicht einmal später mehr)
  • Statt amorphen Einheitslisten – die bloß die Vertretung und Repräsentativität der einzelnen Department sichern sollte – sollten Wahllisten kandidieren, die öffentlich ein politischen Programm zur Zukunftsentwicklung der DUK vertreten. Die Belegschaft sollten ihre Kurien vor allem nach diesem Wahlprogramm wählen und in ihrer Arbeit auch daran messen können.
  • ... etc. etc.

Infos zum Inhalt Konfliktlösung auf der Nachrichtenseite


Wie geht es mit meinem Weblog weiter?

Nicht nur diese konfliktreichen letzten vier Monate haben gezeigt, dass ich gerade auf Grundlage meiner (Leitungs- bzw. Sprecher-) Tätigkeit nicht sorglos alle aktuellen und interessanten Informationen auf mein Weblog stellen kann. Zu sehr bin ich als Mitspieler in einem komplexen Prozess involviert, der durch öffentliche Überlegungen möglicherweise gefährdet wird. Dies trifft auch für allgemeine inhaltlichen Überlegungen in meiner Arbeit zu: Im Unterschied zu anderen Universitäten wo ich bisher gearbeitet habe, sind an der DUK viele meiner Gedanken "geschäftlich" sehr sensibel.

Das dürfte nicht nur an der – gegenüber anderen Unis – herausragenden Rolle der DUK als privatrechtlich geführte Universität liegen, sondern hängt vielleicht zum Teil auch mit meiner geänderten (Leitungs-)Rolle zusammen. Immer stärker bin ich in bildungspolitische Prozesse eingebunden, wo es nicht opportun ist,  dass zwischenzeitliche Verhandlungsprozesse öffentlich gemacht werden. Als Beispiel möchte ich meine Arbeit im Steirischen Forschungsrat erwähnen, wo ich seit einem halben Jahr tätig bin, und erst jetzt langsam auch die Öffentlichkeit informiert werden kann. Ähnliches trifft auch auf den aktuelle Stand der Verhandlungen zur Zukunft des MedidaPrix zu, dessen wissenschaftlicher Leiter ich bin. (Dazu wird es demnächst endlich ein Update auf meinem Weblog geben!)

Einen weiteren Grund für die eingeschränkte Funktion meines Weblogs sehe ich darin, dass es meistens andere Webseiten gibt, wo (indirekt) über meine Arbeit berichtet wird. Mein Weblog steht in gewisser Weise dann dazu in Konkurrenz, weil ich inhaltlich häufig nichts darüber Hinausgehendes zu sagen habe bzw. es opportun ist, wenn ich mich auf diesen anderen - speziell dafür eingerichteten Seiten - äußere. So ist intern mit meinem Department vereinbart, dass ich   - wenn ich inhaltlich nun wieder stärker aktiv werde -  bildungstechnologische Inhalte auf bildungstechnologie.net stelle. Ich muss mir daher überlegen ob und wie mein Weblog hier weiterführen werde.

Was auf jeden Fall auf dieser Website weiter gepflegt bleibt und in Zukunft wieder ständig aktualisiert wird, sind

  • Berichte von meinen Aktivitäten (unter Nachrichten auf der Hauptseite)
  • Informationen zu meinem beruflichen Hintergrund (Vita, Veranstaltungshinweise, Fotos etc.)
  • Publikationen zum Download unter Artikel und Article (englische Beiträge).
  • Exzerpte und anderes unter Goodies: Das Schreiben von Exzerpten von Büchern oder Veranstaltungen hat sich für mich selbst als Arbeitstechnik recht sinnvoll erwiesen, weil sie mich zwingen, mich nochmals genauer mit dem Thema zu beschäftigen. Allerdings entwickelt sich auch dazu mit einem eigenen Wiki, das ich demnächst beginnen werde, eine mögliche Konkurrenz.)
  • Persönliche Forschungsnotizen: Während alle obigen Punkte sich auf speziellen Plätzen und Ordnern befinden, sind praktisch nur mehr meine persönlichen Notizen dem eigentlichen Weblog (Ordner "Gedankensplitter") vorbehalten. Gerade da sieht es aber im Augenblick wegen Zeitmangels – z.T. auch wegen meines hoheen Managementanteils als Departmentleiters an der DUK – in letzter Zeit eher finster aus. Erst im Urlaub vor zwei Wochen habe ich wieder Anschluss an meine seit Monaten unterbrochenen und brachliegenden Arbeiten gefunden. Ich hoffe jedoch sehr, dass sich diese inhaltlich unbefriedigende Situation nun - vor allem auch nach der überwundenen Extremsituation im Rektoratskonflikt - wieder verbessern wird.



APA: Geschichte der Rektorenbestellungen an der DUK APA: Geschichte der Rektorenbestellungen an der DUK
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APA: Rektor und Professoren begrüßen Lösung APA: Rektor und Professoren begrüßen Lösung
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Reminiszensen: Theo Bastiaens wird geehrt

Akademische Feier an der Open Universiteit Nederland in Herleen

Referat zu OER
Referat von Theo Bastiaens
Unter den Talaren...
Geschenke auch für mich

Der nachfolgende Beitrag ist eine Reminszens (Merriam-Webster Online: 2 a : recall to mind of a long-forgotten experience or fact b : the process or practice of thinking or telling about past experiences; 3 a : a remembered experience b : an account of a memorable experience -- often used in plural): Mein ehemaliger Kollege und Freund, Prof. Theo Bastiaens wurde am 25. Mai an der Open Universiteit Nederland in Herleen geehrt und im Rahmen einer akademischen Feier – zusätzlich zu seiner Professur an der FernUniversität in Hagen – auch in Herleen in den Professorenstand gehoben. Mein damaliger Vortrag, den ich zu seinen Ehren hielt, fiel in die Zeit des Stillschweigens meines Weblogs während der  Konflikte der Donau-Universität Krems, über die ich an anderer Stelle bereits berichtet hatte.

Das für mich besonders erinnerungswürdige Ereignis war aber weniger mein Vortrag selbst, der zu "Didactical Aspects of Open Content" ging und in einer für mich sehr bewegten Zeit stattfand, sondern die niederländische Tradition akademische Feiern in Talaren zu begehen. In Deutschland und Österreich ist diese Brauch nach den Studentenprotesten der 68-Jahren und dem sich daraus erkämpften Universitätsgesetz 1975, wo alle Gremien von ProfessorInnen, Mittelbau und Studierende paritätisch besetzt wurden, verpönt. Noch heute erinnern sich viele noch an das skandierte Motto dieser Jahre: "Unter den Talaren – der Mief von 1000 Jahren". Wer hätte gedacht, dass ich selbst einmal einen Aufzug mit Talar mitgestalten würde!

Für die Niederländer – so wurde mir immer wieder eifrig versichert, offensichtlich um die in deutschen Sprachraum verpönten Sitte zu rechtfertigen – stellen akademische Feiern in Talaren ein Art spaßige Verkleidung dar. Und ich muss ehrlich sagen: Heute sehe ich darin auch keine besonders zu kritisierende Veranstaltungsform mehr. Selbst nach Herleen kann ich mich noch in den Spiegel schauen ;-) Nachahmungswert habe ich empfunden, dass Theos Vortrag, der übrigens ganz bewusst in Niederländisch gehalten wurde, von der Universität auch als eigene Festschrift publiziert worden ist. Nach der Feier gab es ein gemeinsames Abendessen mit der Familie und den Freunden von Theo in einer angenehmen Atmosphäre. Fast rührend war es für mich, dass ich einige meiner ehemaligen MitarbeiterInnen aus Hagen beim Festakt und dem anschließenden Essen seit langer Zeit wieder gesehen habe.

Übrigens sind auf den Bild mit den Professoren (alles Männer!) in den Talaren in der erste Reihe Theo Bastiaens selbst, ich und an vierter Position Helmut Niegemann zu sehen. Ganz rechts im Bild die Frau und Tochter von Theo Bastiaens.

Slides: Didactical Aspects of OER Slides: Didactical Aspects of OER
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Winterzeit - (K)eine Stunde gewonnen

oder: Wie elektronische Apparaturen uns die Zeit stehlen

Heute wurde uns (angeblich) wieder eine Stunde geschenkt. Früher habe ich mich über den Tag von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit sehr gefreut: Eine Stunde länger schlafen! In den letzten Jahren hat sich meine Freude allerdings in zunehmenden Maße in Ärger verwandelt. Das hängt aber nicht mit meiner  "senilen Bettflucht" zusammen, die mich sowieso mit zunehmenden Alter immer früh(er) aufwachen lässt. [Meine MitarbeiterInnen können davon ein Lied singen, wenn sie bereits am Morgen, wenn Sie den Computer einschalten mit Mails von mir überflutet werden.] Nein, es sind gerade die "Segnungen" unserer technologisch geprägten Zivilisation, die uns diese (scheinbar gewonnen) Stunde wieder stiehlt.

Oder müssen Sie nicht durch die Wohnung rasen und alle Uhren nachstellen? Na gut, es gibt ja bereits Funkuhren und auch die Uhren der Computer werden alle automatisch nachgebessert. Aber was ist mit anderen elektronischen Büroutensilien im Haushalt: Handys, Digitalkameras, Videorekorder, Faxgeräte etc.? Überall wollen wir entweder die Zeit der Transaktion anderen mitteilen oder zu einer bestimmten Zeit irgendeine Aktion automatisch ausführen lassen.

Aber das ist nicht alles: Da gibt es bei mir auch noch Backrohre, Mikrowellenherde und andere elektronische Gadgets, die nachgestellt werden wollen. Die haben ja alle bereits Uhren, damit sie entsprechend programmiert werden können. Nicht zu vergessen die Temperaturregelung der Heizung und der Warmwasserboiler. Da ist es mit einer einfachen spontanen Nachjustierung nicht getan. Da beginnt dann das hektische Suchen nach der Betriebsanleitung. Ist die erst einmal gefunden, konzentriert sich die Suche nach der richtigen Stelle auf der richtigen Seite (möglichst wenn es geht auch in der richtigen Sprache, mein Russisch ist zur Zeit ein wenig eingerostet).

Glücklicherweise steht ja meistens gleich zu Beginn "Tipps zur Inbetriebnahme": "Wenn Sie das Gerät das erste Mal anschließen, blinkt die Anzeige der Uhrzeit." Tut sie bei mir nicht, weil ich blöderweise das Gerät ja bereits schon im Betrieb habe. Soll ich den Hauptschalter für den Strom kurz auf "Aus" kippen oder mich eher auf die Suche in die Innereien der Betriebsanleitung begeben? Ich entscheide mich für die zweite Variante - ich weiß ja nicht, welche Probleme dann vielleicht erst recht auftauchen. Möglicherweise braucht die Gasetagenheizung eine besondere Anlaufprozedur oder ähnliches...

Wenn ich dann endlich mit dieser eigenartigen morgendlichen Sonntagsbeschäftigung fertig ist, ist auch die (scheinbar gewonnene) Stunde verstrichen. Dabei ist noch gar nicht berücksichtigt, dass auch im weiteren Laufe des Jahres immer wieder irgendwelche Gadgets mit der falschen Zeit auftauchen. Da gibt es ja noch die Zweituhr, Taschenrechner in verschiedenen Schubladen, die Pulsmessuhr, die Wetterstation am Balkon usw. usf.

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Re:Winterzeit - (K)eine Stunde gewonnen

Kommentar von baumgartner am 07.11.2007 18:00

Inzwischen habe ich bereits weitere Uhren umstellen müssen: Die Uhr im Büro und natürlich - ganz wichtig - die Autouhr.

Zeiten ändern sich

Mit einem Wesch-Video, der diese Veränderungen zu charakterisieren versucht

Es gab einmal eine Zeit, wo der Informationsfluss bezüglich Internet in unserer Familie eine Einbahnstraße war: Von mir zu meiner Frau. Nun, das hat sich inzwischen grundsätzlich geändert. Meine Frau führt nicht nur ihr eigenes Weblog Softskills, aus dem ich immer wieder Anregungen bekomme, sondern weist mich auch extra immer wieder auf interessante Sachen hin. So habe ich beispielsweise den Hinweis auf den Video von Michael Wesch zum Web 2.0 The machine is us/ing us, den ich inzwischen selbst in mein Weblog aufgenommen habe und auch bei Vorträgen immer wieder vorzeige, von ihr bekommen.

Referenzieren der Hinweise?

Eigentlich müssten nicht nur die AutorInnen zitiert werden, sondern auch jene Personen, denen wir die Hinweise zu diesen persönlich wichtigen Ressourcen verdanken. Im Internet wird dies durch Funktionen von Social Software durchaus ja gemacht; im normalen f2f-Alltag ist das noch selten der Fall. Beim Zitieren wissenschaftlicher Arbeiten würde es uns derzeit wohl überhaupt komisch vorkommen, obwohl es sicherlich interessant und auch für das Verständnis des Erkenntnisganges wichtig wäre. Es fehlen uns dazu aber noch die entsprechenden Werkzeuge.

Pull statt Pushprinzip

Viele Hinweise meiner Frau bekomme ich über Mail. Das ist vielleicht ein wenig absurd, weil Ingrid in Hörweite im Nebenzimmer sitzt. Manchmal würde da auch ein Schreien genügen, aber eine URL ist wohl verbal nicht besonders gut kommunizierbar. Außerdem wollen wir als anständige Internetbürger unsere Infos ja nicht aufdrängen, sondern jeder soll sich selbständig entscheiden, wann er/sie die Information braucht und holen will (pull statt push). Konsequent weiter gedacht wäre dann aber eigentlich auch dieser Mailverkehr einzustellen und wir müssten ein Familienwiki oder ähnliches anlegen.

Veränderungen, die langsam - quasi schleichend - in der unmittelbaren Umgebung vor sich gehen, sind häufig nicht wahrnehmbar. Als meine Frau mit dann aber ihr Weblog gezeigt hat an dem sie - still und heimlich schon Wochen gearbeitet hat- war ich aber dann doch extrem beeindruckt. Abgesehen davon, dass es künstlerisch viel besser gestaltet ist als meines - das ich vom Design und vor allem vom Banner her langsam satt habe - ladet es mit den vielen Links zum Stöbern ein. Ein Beispiel ist ihre Blogroll, die auf sehr viele gute Blogs hinweist. [Ich bin schon neugierig wenn der Link auf mein eigenes Weblog - natürlich aus Platzgründen ;-) - verschwinden wird.]

Lesekultur und Studierverhalten verändern sich

Da ist mein eigenes Blog weit mehr auf mich konzentriert. Ich verwende es überwiegend um meine eigenen Gedanken auszuformulieren und zu strukturieren. Ich wüsste auch gar nicht, wo ich die Zeit hernehmen sollte, all diese vielen anderen Infos zu lesen und zu verarbeiten. Bisher habe ich es nicht zu einer systematischen Integration des Lesen der mich interessierenden RSS-Feeds in meinem Arbeitsablauf gebracht. Aber irgendwie muss ich dies vielleicht mal versuchen.

Es scheint mir, dass das Lesen von (Fach-)büchern immer absonderlicher wird. Abgesehen davon, dass ein konzentiertes längerfristiges Arbeiten nur in der Abtrennung von allen Kommunikationskanälen möglich ist (nicht in die Mail schauen, Notifikationssysteme ausschalten, Skype Onlinestatus auf unsichtbar stellen etc.) hat sich das Lesen von Büchern – zumindest in meinem Fachgebiet – grundlegend geändert. Das Lesen des Buches ist nicht mehr ein sich selbst genügender Zweck sondern stellt den Beginn einer umfangreichen Internetrecherche dar.

Das Lesen von Wikinomics, ein übrigens sehr empfehlenswertes Buch, zu dem ich sicherlich noch auf diesen Seiten etwas sagen werde, hat mir das deutlich gemacht. Das Buch war eigentlich nur parallel mit einem eingeschalteten Rechner, auf den ich die Argumentation nach verfolgt und überprüft habe, zu lesen. Ein ständiges Springen vom Buch zum Internetbrowser war die Folge. Da ich Bücher nicht gerne auf meinem Schreibtisch vor dem Bildschirm - nachdem ich die Tastatur weg geschoben habe - lese, sondern mir dazu bequemere Plätze aussuche (Couch, Schaukelstuhl, Bett), war es angenehm einen Laptop mit Wireless LAN in der Wohnung zu haben. Ohne diesen ständigen Wechsel Lesen-Internetrecherche-Lesen wäre das Buch bei weitem nicht so informativ und wertvoll für mich geworden. Über 50 neue Links habe ich dabei geFURLed.

Ein weiterer Wesch-Video A Vision of Students Today versucht diese Veränderung des Studierverhaltens deutlich zu machen. Wenn Ihnen die englischen Texteinblendungen zu schnell gehen, es gibt ein Transkript des Films.


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