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Dissertation von Katja Caspari

Arbeitstitel der Dissertation: Kompetenzbasierte, didaktische Gestaltung von betrieblichen Lernprozessen auf Basis von Kompetenzmodellen nach dem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQF) Betreuer und Erstgutachter: Herr Prof. Peter Baumgartner, Kultur- und Sozialwissenschaften, FernUniversität Hagen


Zusammenfassung:

Das lebenslange Lernen wird zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor. Doch die Bildungslandschaft der EU ist vielfältig und die Einordnung der verschiedenen Abschlüsse ist schwierig. Um die Transparenz und die Vergleichbarkeit von Qualifikationen in der EU zu fördern und die Beschäftigungsfähigkeit und Mobilität der Bürger zu erhöhen, trat im April 2008 der Europäische Qualifikationsrahmen (EQF) in Kraft [Europäische Kommission, 2008]. Er dient als Metarahmen, der auf freiwilliger Basis ohne rechtliche Verpflichtung zwischen den Staaten der EU vereinbart wurde. Der EQF soll die bereits bestehenden Vereinbarungen im Bereich der Hochschulbildung sowie der beruflichen Erstausbildung integrieren, was sich in 8 beschriebenen Niveaustufen widerspiegelt. Es werden Beschreibungen von Lernergebnissen in den Bereichen knowledge, skills and competences gemacht, die eine Orientierung geben sollen aber nicht analytisch z. B. für konkrete Kompetenzmessungen und direkte Vergleiche verwendet werden können. [Sloane, 2008]

Den EQF nehmen nun die Mitgliedsstaaten als Anlass nationale Qualifikationsrahmen in den kommenden Jahren zu schaffen oder bestehende nationale Rahmen zu überarbeiten. Auf politischer Ebene wird diskutiert, wer und wie Qualifikationen dokumentiert und akkreditiert werden sollen. Besonders die von der EU geforderte Anerkennung von informellen Lernen und Erfahrungslernen stellt eine Herausforderung dar – besonders, wenn es um Zulassungsvoraussetzungen z. B. für die Universität geht.

Doch die Klassifizierung von Kompetenzen und die Beschreibung von
(Aus-)Bildungsniveaus haben einige Unternehmen seit einiger Zeit, unabhängig der bildungspolitischen Entwicklungen, auf der Agenda [Grote, Kauffeld, Frieling, 2006].
Seit Anfang 2000 wird die Personalarbeit als strategisches Element im Wettbewerb gesehen. Aus diesem Grund haben sich besonders große Unternehmen Kompetenzmodelle geschaffen an denen sich die Personalrekrutierung, Personaleinsatzplanung und Personalentwicklung orientieren.
Im Hinblick auf diese beiden Entwicklungen stellen sich folgenden Fragen, die in der Dissertation aufgegriffen werden sollen:

  • Welche Parallelen gibt es zwischen dem EQF und bereits bestehenden Kompetenzmodellen in der Wirtschaft hinsichtlich Klassifizierung, Niveaustufen und deren Beschreibungen?
    • Wie wird das lebenslange Lernen im EQF und in unternehmerischen Kompetenzmodellen verankert?
  • Welche Auswirkungen haben die Rahmenbedingungen auf die kompetenzbasierte, didaktische Gestaltung von betrieblichen Lernprozessen?

Daneben wird es eine Auseinandersetzung mit den Begriffen Kompetenz, Qualifikation sowie den drei im EQF beschriebenen Kategorien Knowledge, Skills and Competence geben. Es hat sich gezeigt, dass es noch immer kein einheitliches Begriffsverständnis gibt und dass auch in den Studien [Coles, Oates, 2005 und Winterton, Delamare-Le Deist, Stringfellow, 2006], die dem EQF zugrunde liegen, die wissenschaftliche Auseinandersetzung unbefriedigend ist. [Bohlinger, 2007]
Wesentlich ist außerdem die Abkehr von einer Input-orientierten Beschreibung von Qualifikationen hin zur Beschreibung von learning outcomes. Diese Veränderung wird Lehrer, Trainer und Qualifikationsverantwortliche vor die Herausforderung stellen vor Durchführung einer Maßnahme bereits festzulegen, welche Ergebnisse die Lernenden nachher nachweisen müssen.


Literatur:

Bohlinger, Sandra: „Modernisierung beruflicher Bildung. Leitziele und Prioritäten auf dem Weg zum wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsraum der Welt.“, Cuvillier Verlag, Göttingen, 2007

Coles Mike, Oates Tim: „European reference levels for education and training. An important parameter for promoting credit transfer and mutual trust.” Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften, Luxemburg 2005

Europäische Kommission: „Der Europäische Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (EQR).“ Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften, Luxemburg, 2008

Grote Sven, Kauffeld Simone, Frieling Ekkehart (Hg.): „Kompetenzmanagement. Grundlagen und Praxisbeispiele.“ Schäffer-Pöschel Verlag, Stuttgart, 2006

Sloane, Peter F. E.: „Zu den Grundlagen eines Deutschen Qualifikationsrahmens. Konzeptionen, Kategorien, Konstruktionsprinzipien“, Berichte zur beruflichen Bildung, Schriftenreihe des Bundesinstituts für Berufliche Bildung, W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld, 2008

Winterton, Jonathan, Delamare-Le Deist, Francoise, Stringfellow Emma: “Typology of knowledge, skills and competences: Clarification of the concept and prototype.” Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften, Luxemburg, 2006

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